Medienentwicklungsplan für Schulen: Digital auch nach Corona

Im Showroom des Medienzentrums finden künftig Schulungen für Lehrer statt. Foto: MTK

Der Main-Taunus-Kreis hat einen Medienentwicklungsplan für die 56 Schulen im Kreisgebiet beschlossen.

Er setzt damit den Rahmen für den digitalen Ausbau bis 2024; Kernelemente sind unter anderem schnelle Netzverbindungen an den Schulen, mobile Endgeräte für Schülerinnen und Schüler und zahlreiche Anwendungen im digitalen Unterricht.

Von den Investitionen in Höhe von 24,7 Millionen Euro für 37 Grund- und drei Förderschulen, 14 weiterführende und zwei berufliche Schulen werden nach derzeitigem Stand 10,1 Millionen Euro vom Main-Taunus-Kreis aufgewendet, der Rest kommt aus dem „Digital-Pakt“ von Land und Bund. In Eppstein profitieren die beiden Grundschulen und die Freiherr-vom-Stein-Gesamtschule davon.

Die Schulschließungen während der Corona-Krise habe deutlich gezeigt, wie wichtig der digitale Ausbau des Unterrichts sei, so Landrat Michael Cyriax: „Die Schule von morgen kann nicht alleine mit den Lernmitteln von gestern geführt werden.“ Der Kreis hat bereits im November 2019 eine Steuerungsgruppe für den „Digital-Pakt“ gegründet und die Netzwerke an den einzelnen Schulen überprüfen lassen.

Beteiligt wurden an dem Medienentwicklungsplan den Angaben zufolge neben dem Staatlichen Schulamt und dem Medienzentrum Main-Taunus auch die Schulen selbst: „Sie müssen letztlich für die neuen Möglichkeiten offen sein, sich dafür engagieren und pädagogische Konzepte zusammenstellen, mit denen die digitalen Medien im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden“, so Cyriax. Der Medienentwicklungsplan sei ein Gemeinschaftswerk.

An den weiterführenden Schulen sind bereits drahtlose Netze eingerichtet, auch die Grundschulen sollen bis Ende 2021 flächendeckend mit WLAN ausgestattet werden. Das ermögliche den Schülern der weiterführenden Schulen beispielsweise, auch ihre eigenen Geräte für Web-Recherchen an der Schule zu nutzen.

Um die volle Bandbreite digitaler Möglichkeiten zu nutzen, ist der Breitbandausbau für Giganetz-Verbindungen an allen Schulen vorgesehen. Der Kreis schließt dazu einen Vertrag mit einem Unternehmen ab, das bis Februar 2022 Glasfaserverbindungen in die Schulen legt. Zudem werden fast 3000 Tablets angeschafft und sämtliche Unterrichtsräume mit digitaler Präsentationstechnik ausgestattet – unter anderem mit interaktiven digitalen Tafeln. Die Tablets sollen an Schüler ausgeliehen werden, die keine mobilen Endgeräte besitzen.

Wie Cyriax erläutert, sind bereits jetzt an den Schulen 4200 Computer und rund 360 interaktive Tafeln im Einsatz, dazu etwa 200 Notebooks und 100 Tablets. Diese Ausstattung werde erweitert, zudem sollen verstärkt digitale Lern- und Arbeitsplattformen genutzt werden.

Der Kreis werde darüber hinaus, so Cyriax, Lehrer und Schulleitungen darin unterstützen, die neuen Medien sinnvoll anzuwenden. Daher habe der Kreis in seinem Medienzentrum einen Showroom eingerichtet, in dem „die technische Landschaft der Zukunft“ präsentiert werde. Er sei ausgestattet mit einer digitalen Tafel, Koffern mit Tablets für den mobilen Einsatz und mit Rechnern der neuesten Generation.

Vertreter der Schulen können sich dort mit den Geräten vertraut machen; künftig sollen dort auch detaillierte Weiterbildungen angeboten werden. Denn die Schulen sehen in einer standardisierten Hardwareausstattung mit leistungsfähigem Support eine wichtige Voraussetzung, damit sie sich auch weiterhin auf ihren Lehrauftrag konzentrieren können.EZ

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