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Mit Lego-Steinen ernsthafte Themen spielerisch ergründen

Ernsthafte Themen spielerisch lösen, war das Thema eines Workshops in der Wunderbar. Foto: Frauke Frerichs-Gundt

Was verbirgt sich hinter Lego Serious Play, dem „ernsthaften Spielen“ mit Lego?

Dieser Frage gingen vor zwei Wochen im Rahmen eines kostenfreien Schnupper-Workshops Michael, Martin, Michael, sowie Nadja und Yvonne unter der Leitung von Trainerin Frauke Frerichs-Gundt in der Wunderbar Weite Welt nach.

Mit den bunten Bausteinen hat fast jeder in seiner Jugend gespielt. Bei Lego Serious Play (LSP) handelt sich jedoch um eine angeleitete Denk-, Kommunikations- und Problemlösungstechnik für Organisationen, Teams und Einzelpersonen. LSP ist ein hilfreiches Werkzeug, wenn ein Thema vielschichtig und komplex ist. Komplex bedeutet, es gibt mehr als eine richtige Antwort auf eine Frage oder viele Lösungsansätze für ein Problem. Die Methode führt in Deutschland bisher noch ein Schattendasein. Frerichs-Gundt will deshalb in den nächsten Monaten regelmäßig kostenlose Schnupper-Workshops im Rhein-Main-Gebiet anbieten. Die fünf Teilnehmer des ersten Workshops waren in erster Linie neugierig darauf, wie die Methode funktioniert und wo man sie einsetzen könnte. Auch nach Ende des zweistündigen Workshops ging die Diskussion angeregt weiter.

Genannt wurden Einsatzgebiete wie Innovations- und Strategiethemen, aber auch Teamentwicklung, das Einführen neuer Mitarbeiter oder die Personalentwicklung. Erwogen wurde, eine Besprechung durch einen Workshop zu ersetzen, um einer Fragestellung effektiv auf den Grund zu gehen. Yvonne war begeistert, wie gut sie sich die vielen Details des späteren Gesamtmodells merken und mit dem Modell als „Check-Liste“ zusammenfassen konnte.

Das Szenario im Schnupper-Workshop war inspiriert durch die geplante Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung der Stadt Eppstein. Die zentrale Frage des Workshops lautete deshalb: „Was würde es für Bürger attraktiv machen, mehr Wege mit dem Fahrrad zu erledigen?“ Nachdem jeder sein Einzelmodell gebaut hatte, verdichtete das Team sie zu einem Gesamtmodell. Nach gut einer Stunde Arbeit stand fest: Ziel sei es, von A nach B zu kommen, dabei anfallende Wege sinnvoll mit allen Verkehrsmitteln zu erledigen.

Als Motivation für den Umstieg wurde die Luftreinhaltung genannt, wozu auch eine autofreie Innenstadt beitragen könnte. Wichtig waren Wechselzonen zwischen ÖPNV, Auto und Rad, Angebote für Leihräder und Leih-E-Bikes, die per App oder über ein öffentliches Display angeboten, reserviert oder gebucht werden. Robust aber auch „fancy“ sollten die Leihräder sein.

Große Aufmerksamkeit galt dem sicheren Abstellen und Aufladen der Räder. Die Bedürfnisse von Eltern mit Kindern, Freizeitsportlern, älteren Menschen, Pendlern oder Ausflüglern wurden in den Modellen berücksichtigt. Gefragt waren Parkmöglichkeiten für Räder mit Anhängern oder Lastenfahrräder. Aspekte wie Sicherheit bei zügig rollendem Verkehr brachten bei der Gestaltung der Wege eine Entzerrung von Autoverkehr und Fahrrad, aber auch eigene Fahrbahnen für Gegenverkehr mit Zonen für langsamen Radverkehr und schnelle E-Mobilitätslösungen für Elektroräder, Segways oder E-Skater. Obwohl die Frage nur als Beispiel für den Schnupper-Workshop gedacht war, wurde sie mit viel Engagement bearbeitet.

Der nächste Lego Serious Play Schnupper-Workshop findet am Samstag, 20. Oktober, von 10 bis 12.30 Uhr in der Wunderbar Weite Welt am Stadtbahnhof statt.

Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen beschränkt, Mindestalter 16 Jahre, Anmeldung per E-Mail an workshop[at]makomti.de[dot]ffg

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