Home | Politik und Wirtschaft

Nadja Gneupel wird Mutter

Nadja Gneupel will Bürgermeisterin werden. Foto: EZ

Vorige Woche hat Bürgermeisterkandidatin Nadja Gneupel ein gut gehütetes Geheimnis gelüftet. Die 32-Jährige erwartet ihr erstes Kind.

In der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend und auf dem Wochenmarkt am Freitag nahm sie dazu von allen Seiten gute Wünsche entgegen: Ende August soll es zur Welt kommen. Die Familienplanung sei der Grund gewesen, warum sie vorigen Sommer bei der Kandidatensuche ihrer Fraktion zunächst abgelehnt habe, sagt die Verwaltungsfachwirtin.

Sie arbeitet beim Main-Taunus-Kreis und ist dort zurzeit für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe und die freiwillige Rückkehr zuständig. Im vergangenen Frühjahr schloss sie ihr berufsbegleitendes Studium ab und wollte sich eigentlich nicht sofort wieder ein neues ehrgeiziges berufliches Ziel setzen. Im Herbst stand für sie fest, dass ein Kind kein Hinderungsgrund für das Amt einer Bürgermeisterin sein müsse, und sie entschied sich, wie berichtet, für die Kandidatur. Damals, so die Bürgermeisterkandidatin, habe sie noch nicht gewusst, dass sie schwanger ist. Das erfuhr sie erst wenige Tage vor Weihnachten.

„Mein Partner und ich haben die ersten Schwangerschaftswochen abgewartet, aber jetzt war es Zeit, damit an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagt Gneupel. Ihre Fraktion wisse schon seit einigen Wochen Bescheid, auch die SPD, die ihre Kandidatur unterstützt, habe sie frühzeitig informiert. Bisher erfahre sie von allen Seiten nur Zuspruch, sagt die FDP-Kandidatin.

Für sie ist die Schwangerschaft Ansporn, sich erst recht ins Zeug zu legen. In Thüringen, wo sie aufgewachsen sei, „war es ganz normal, dass unsere Mütter arbeiteten und wir in die Kita gingen“, sagt sie. Ihre Mutter habe sie schon im Alter von wenigen Monaten in eine Krippe gegeben. „Geschadet hat mir das nicht“, sagt sie lachend. Dafür habe die Familie an den Wochenenden viel gemeinsam unternommen.

Gneupel erinnert sich daran, dass eher die Kinder „schief angesehen wurden“, die bis zum Schulbeginn zu Hause blieben und sich nicht schon seit Krippe und Kindergarten kannten. Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei letztlich auch eine Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz. Sie sei sich aber durchaus bewusst, dass ihre Haltung auch auf Kritik stoßen werde, vor allem bei älteren Wählerinnen und Wählern, die noch die klassische Rollenverteilung im Kopf haben.

„Natürlich haben mein Partner und ich einen Plan für den Fall, dass ich gewählt werde“, sagt Gneupel. Christoph Wildner ist Maschinenbauingenieur und pendelt zurzeit zwischen Eppstein und Kaiserslautern. „Wir wollten uns die Elternzeit sowieso teilen“, sagt Gneupel, „falls ich gewinne, bleibt er ganz zu Hause und kümmert sich ums Kind.“

Eigentlich sei der Geburtstermin Ende August nahezu perfekt: „Der Wahlkampf dauert bis Ende Mai“, dann ist sie im sechsten Monat schwanger. Der Mutterschutz beginnt im Juli. Die nächste Amtszeit des Bürgermeisters beginnt am 14. November. „Bis dahin bin ich wieder voll einsatzfähig“, sagt Gneupel zuversichtlich.

Bedenken, dass das Amt und die Mutterschaft nicht vereinbar wären, hat sie nicht. Amtsinhaber Alexander Simon ist während seiner ersten Amtszeit Vater geworden. Ob sich das negativ auf seine Arbeit auswirken könnte, hat ihn vermutlich noch keiner gefragt.bpa

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Glasfaser: Eppstein noch weit entfernt von 40 …
17 Stunden 17 Minuten
Glasfaser: Eppstein noch weit entfernt von 40 …
1 Tag 16 Stunden
Glasfaser: Eppstein noch weit entfernt von 40 …
2 Tage 10 Stunden
Bäume ohne Genehmigung gefällt
2 Tage 20 Stunden
Glasfaser: Eppstein noch weit entfernt von 40 …
3 Tage 18 Stunden
X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert