Falk-Preis für Felix Rößler, der Ziele Schritt für Schritt umsetzt

Stifter Dieter Falk (r.) bei der Preisverleihung an Felix Rößler (Mitte).Foto: Ulrich Häfner

Die Verleihung des Falk-Förderpreis in der ersten Schulstunde bildete für die neunten Klassen und die achte Hauptschulklasse der Freiherr-vom-Stein-Schule den Auftakt zu einem besonderen Schultag.

Nach der Verleihung wechselten die sechs Klassen von der Aula der Gesamtschule zum Bürgerhaus in der Rossertstraße, wo die Experten des Berufsfindungstags der Bürgerstiftung auf sie warteten.

Doch zunächst überreichte André Roselt von der Schulleitung dem 24-jährigen Felix Rößler in der Aula den Förderpreis für die Erfolge in seinem noch jungen Berufsleben. Sein ehemaliger Lehrer Kay Tschirpke und Kollegin Gehring hielten die Laudatio. Seit 2018 vergibt die Falk-Stiftung ein Preisgeld von jährlich 250 Euro an ehemalige Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule, die berufliche Karriere machen, auch ohne Abitur und Hochschulstudium.

Felix Rößler wuchs zwar in Hofheim auf, besuchte aber die Freiherr-vom-Stein-Schule, weil er dort individuelle Förderung für seine Lese-Rechtschreib-Schwäche und seine Konzentrationsschwäche erhielt. Von seiner Schulzeit sei ihm als prägendes Ereignis der Brand von 2008 im Gedächtnis geblieben, sagte Rößler – und auch, dass er dort seine spätere Partnerin kennengelernt habe. Mit Freundin Lisa ist er bis heute zusammen. Sie begleitete ihn auch zur Preisübergabe.

Nach zwei Praktika in Handwerksbetrieben stand für ihn fest: „Das ist nichts für mich!“ Er wollte ins Büro. Ihm war klar, dass der einfache Hauptschulabschluss dafür nicht ausreichen würde. Nach seinem Hauptschulabschluss machte er innerhalb eines Jahres einen der Mittleren Reife gleichgestellten H10-Abschluss und bewarb sich für die Ausbildung zum Bürokaufmann bei der Profi-Gruppe.

Ein Volltreffer, wie sich herausstellte: „Ich war mit 17 Jahren schon eigenständig für das Unternehmen auf Messen unterwegs und habe schon im zweiten Lehrjahr wie ein vollwertiger Einkäufer Preisverhandlungen führen dürfen“, erinnert er sich gern an seine Ausbildung.

Wie erklärt sich Rößler, dessen Schulzeit nicht unproblematisch war, seinen beruflichen Erfolg? „Ich habe mir immer kleine Ziele gesetzt und sie Schritt für Schritt umgesetzt“, sagt Rößler: Zunächst die Hauptschule, dann den Realschulabschluss, Ausbildung und Fuß fassen im Beruf. Ein wichtiger Meilenstein für ihn sei auch, dass er sich mit 24 Jahren bereits eine Eigentumswohnung in Kriftel gekauft habe. Heute arbeitet er bei Russell Hobbs in Sulzbach als Großkunden-Betreuer und hofft, in einigen Jahren Teamleiter zu werden.

Auch Stifter Dieter Falk gratulierte dem jungen Mann. Seine Frau und er haben die Stiftung gegründet, „weil wir mit unseren Preisträgern zeigen wollen, dass der Werdegang eines Menschen nicht durch den Schulabschluss allein festgelegt wird“, betont Falk und weist auf die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten und Chancen im Laufe der Ausbildung oder auch während des Berufslebens hin.

Laut Falk läuft das Bewerbungsverfahren für die nächste Preisverleihung schon. Sein Wunsch: „Nach etlichen jungen Männern in den vergangenen Jahren würden wir gern einmal junge Frauen auszeichnen, die nach Hauptschule oder Realschule erfolgreich ins Berufsleben gestartet sind“ – Ganz gleich, ob sie in typischen Frauenberufen Verantwortung übernehmen, im Handwerk oder einem technischen Beruf erfolgreich sind.

Ehemalige Freiherr-vom-Stein-Schüler, die im Laufe der vergangenen zehn Jahre Haupt- oder Realschule in Eppstein abgeschlossen und seitdem Traumziele im Beruf erreicht haben, können sich beim Förderverein unter foerderverein[at]fvss-eppstein[dot]de um den mit 250 Euro dotierten Falk-Förderpreis bewerben.

Auch Freunde, Verwandte oder ehemalige Lehrer können eine Bewerbung abgeben. Falk: „Jeder, der jemand kennt, der in den vergangenen zehn Jahren auch ohne Abitur Erstaunliches im Berufsleben erreicht hat, kann, dies bei uns anmelden“. bpa

Tag der offenen Tür an der Freiherr-vom-Stein-Schule

In diesem Jahr öffnet die Freiherr-vom-Stein-Schule am Freitag, 26. November, von 14 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür und bietet Grundschülern und ihren Eltern die Möglichkeit, sich zu informieren – Wenn auch anders und straffer organisiert als in früheren Jahren. So gibt es feste Zeitfenster für jede Grundschule, gelten für Erwachsene die 2G-Regeln und werden Kontaktdaten über die Corona-Warn-App erfasst. Schülerinnen und Schüler sollten ihre Testhefte als Negativnachweis dabei haben.

Von 14 bis 15 Uhr haben Burg-Schüler die Möglichkeit, sich die Schule anzusehen, von 15 bis 16 Uhr folgen die Comenius-Schüler und von 16 bis 17 Uhr Grundschulen aus den Nachbarkommunen. Jeder Schüler darf zwei Begleitpersonen und jüngere Geschwister mitbringen. Weitere Infos über die Schule gibt es auf der Homepage www.fvss-eppstein.de.

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