Wie bereits in ihrem Roman „Der Zopf“ (Bestseller des Spiegels) zeigt Laetitia Colombani auch in „Das Haus der Frauen“ eine meisterliche Erzählkunst zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
In dieser Vergangenheit gründete Blanche Peyron, eine französiche Offizierin der Heilsarmee unter widrigen Umständen das erste Frauenhaus in Paris. Ihren Werdegang schildert Colombani in aller Eindringlichkeit.
In der Gegenwart erleidet Solène, eine brillante Rechtsanwältin auf der Erfolgsleiter ganz oben, mit 40 Jahren einen Burnout. Dieser Zustand andauernder Erschöpfung entsteht infolge von anhaltender Überlastung. Ihr Psychiater empfiehlt ihr, sich aus dem Fokus zu nehmen und sich beispielsweise ehrenamtlicher Arbeit zuzuwenden. Sie nimmt den Rat an und findet eine Stelle als Schreiberin im „Palast der Frauen“, dem Frauenhaus der Heilsarmee in Paris.
Die Frauen sind unterschiedlichster Herkunft und ignorieren Solène zunächst. Sie will schon aufgeben, alles hinwerfen, doch nach anfänglichen Schwierigkeiten knüpft sie erste zarte Verbindungen und dank ihres großen Engagements wird sie schließlich akzeptiert.
Doch am besten erschließt sich beim Lesen, was Solène alles erlebt. Diese beiden Geschichten sind so miteinander verwoben, wie im Roman „Der Zopf“, dass Solène beschließt, eine Biografie der Blanche Peyron zu verfassen.
Es ist ein Plädoyer für mehr Solidarität.
Laetitia Colombani Das Haus der Frauen2021, 256 Seiten, Fischer Taschenbuch
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