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Wegen der Hochwassergefahr Gartenhaus statt Keller

Alexander Simon (re.) und Vertreter des Magistrats trafen sich mit Mitgliedern des Kirchenvorstandes aus Fischbach auf der Baustelle.

Im Baugebiet Amtmannswiesen II wird gebaut. Zwölf der insgesamt 14 Grundstücke sind bereits vergeben, fast alle an junge Familien. „Die Geburtsdaten auf den Verträgen liegen zwischen 1970 und 1980“, berichtet Erwin Mattrisch von der evangelischen Kirchengemeinde St.

Johannes in Fischbach, der das Baugebiet gehört, auch sei ein Trend zur Drei-Kind-Familie zu beobachten. Entsprechend groß ist das Interesse der Bauherren, das Bauvolumen auf den rund 300 Quadratmeter großen Grundstücken möglichst auszuschöpfen.

Zweigeschossige Häuser, eventuell mit einem Staffelgeschoss sind dort möglich, das zeigen die drei bereits gebauten Häuser. Sie sind zwischen 130 und 170 Quadratmeter groß. Über die Größe müssen sich die beiden Doppelhausnachbarn einigen. Dabei muss sich der spätere Käufer nach den Vorgaben des ersten richten.

Drei Doppelhaushälften stehen schon, weitere Bodenplatten sind bereits gegossen. Gebaut wird individuell nach den Wünschen der Bauherren, entweder mit klassisch gemauerten Wänden oder als Fertighaus in Holzständerbauweise. Auch das Pultdach ist vorgeschrieben und ermöglicht die Dachfläche komplett für Photovoltaikanlagen zu nutzen.

Die Grundstücke werden in Erbpacht vergeben, betont Rosemarie Mahlstedt von der Liegenschaftsverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die Kirche verkaufe möglichst keine Grundstücke, verriet sie. Die Erbpacht sichere dauerhafte Einnahmen auch für künftige Generationen.

Der Erbpachtzins für die neuen Bewohner der Amtmannswiesen sei moderat und liege bei 10 Euro pro Quadratmeter und betrage je nach Grundstücksgröße knapp 3000 Euro pro Jahr, werde allerdings in den ersten 15 Jahren um 40 Prozent reduziert, um das Konzept der Erbpacht angesichts der niedrigen Bauzinsen für den Immobilienkauf attraktiv zu halten. So können die künftigen Neubürger laut Architekt Gerhard Thiele, je nach ihren Ansprüchen schon für 260 000 Euro zum eigenen Haus kommen. Die Häuser würden in der Regel über Wärmepumpentechnologie geheizt, das sei anfangs etwas teurer, auf lange Sicht aber günstiger als herkömmliche Heizungen.

Abgesehen vom Erbpachtvertrag, der auf 75 Jahre geschlossen und danach neu verhandelt wird, gibt es noch weitere Besonderheiten im Gebiet. Die Lage unmittelbar am Bach und die Abwasserführung zum Kanal hin seien Herausforderungen gewesen, berichtet Thiele. So musste bei der Erschließung der Grundstücke genau auf die Höhen geachtet werden. Die Bodenplatten liegen etwa 20 Zentimeter über der Hochwassermarke wie sie statistisch gesehen alle 200 Jahre erreicht wird. Ein Rückstaubecken, das bereits vor etwa zehn Jahren errichtet wurde, bietet zusätzliche Sicherheit. Da es solche Hochwasser tatsächlich schon zwei Mal innerhalb weniger Jahre gab, haben die Planer in dem Baugebiet auf Keller verzichtet. Statt dessen, so Bürgermeister Alexander Simon, habe man großzügige Grenzgaragen und auch große Gartenhäuschen genehmigt. bpa

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