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Borkenkäfer profitiert vom Hitzesommer, Fichte ist der Verlierer

Die Dürre setzt dem Wald schwer zu. Wegen des Wassermangels färbt sich das Laub jetzt schon gelb, die Bäume werfen Blätter und Früchte ab. Im Eppsteiner Wald sind laut Revierförster Peter Lepke die Fichten unmittelbar betroffen.

Die Trockenheit und die Hitze boten in den vergangenen Monaten einen idealen Nährboden für den in der Forstwirtschaft gefürchteten Borkenkäfer. „Die Trockenheit schwächt die natürliche Abwehrkraft der Bäume”, sagt Lepke, dann reichen schon wenige Käfer aus, um den Baum zum Absterben zu bringen.

Bei den hohen Temperaturen vermehren sich die Insekten noch schneller als sonst. Lepke beschreibt den trostlosen Zustand so: „Da stehen Fichten, die 120 bis 140 Jahre gewachsen sind und ein Sommer wie der von 2018 reicht aus, dass sie Absterben.”

Im Eppsteiner Stadtwald sind besonders der Eigenbezirk „Mark” bei Oberjosbach betroffen, aber auch im Nonnenwald bei Ehlhalten stehen vom Borkenkäfer befallene Fichten. Zwischen 800 bis 1000 Kubikmeter Holz müssen in den kommenden Wochen gefällt werden, um zu verhindern, dass die Käfer sich im nächsten Frühjahr noch weiter verbreiten. Das entspricht in etwa der Menge Fichtenholz, die im vergangenen Jahr im Stadtwald regulär für Verkauf und Verjüngung geschlagen wurde.

Lepke hat gerade den Entwurf des neuen Forstwirtschaftsplans für die kommenden beiden Jahre aufgestellt und legt ihn dem Magistrat vor. Die Folgen des trockenen Sommers 2018 werden darin sicher auch eine Rolle spielen.

Das gesamte Ausmaß der Schäden werde sich erst in den kommenden Jahren herausstellen. Darin ist sich Lepke mit dem Verband der Hessischen Waldbesitzer einig. Ob und wie gut geschädigte Laubbäume wieder austreiben, zeige sich im Mai nächsten Jahres. Vertrocknete Waldkulturen können erst im Frühjahr nachgepflanzt werden, falls es ausreichend regnet.

Grundsätzlich gelte, so Lepke, „je älter ein Baum und je größer sein Wurzelwerk ist, desto besser kann er die Trockenzeit überstehen.” Bei den Neuanpflanzungen seien die Ausfälle besonders hoch. Aber auch Standortfaktoren spielen eine Rolle: In den höheren Lagen, vor allem auf felsigem Untergrund sind die Bäume in der Regel stärker geschädigt als im Tal, wo das Wasser sich von den Hängen kommend sammelt. Eichen und Linden ertragen Trockenzeiten besser als Buchen, weil ihr Wurzelwerk tiefer ins Erdreich reicht. Wie hoch die Absterberate tatsächlich ist, sei deshalb jetzt noch gar nicht abzusehen, sagt Lepke.

Der Waldbesitzerverband vermutet, dass in den kommenden Jahren weitere Kosten entstehen, weil geschädigte Bäume gefällt und neue angepflanzt werden müssen. An den Waldrändern wirke sich die Trockenheit stärker aus als im Waldinnern. Deshalb, so der Verband, rechne er mit teuren und zusätzlichen Arbeiten zur Verkehrssicherung entlang der Straßen.

Die meist kurzen Regenfälle der vergangenen Tage haben noch keine Entwarnung gebracht. Die Feuchtigkeit ist nur wenige Zentimeter in die Böden eingedrungen und verdunstet sofort wieder. Trockenes Laub und verdorrte Gräser, Kräuter und Gestrüpp bieten Angriffsflächen für Feuer.

Deshalb bleibe die Waldbrandgefahr weiter bestehen. Das Rauchen im Wald bleibt verboten, auch das Grillen am Waldrand oder auf den ausgewiesenen Plätzen sollte unterbleiben. bpa

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