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Wütender Bürger parkt Notarztwagen eigenmächtig um

Stefan Racky mit Ehefrau und Teamkollegin Silke im Einsatzwagen. Foto: EZ

Stefan Racky fährt seit fast 50 Jahren im Rettungswagen bei Einsätzen mit – mit 15 Jahren fing er als Sanitätshelfer an, heute ist er ehrenamtlicher Bereitschaftsleiter des DRK Eppstein. Er habe in dieser Zeit schon Vieles erlebt, sagt der 62-jährige DRK-Kreisgeschäftsführer aus Ehlhalten.

Aber die Dreistigkeit eines 45-jährige Supermarktkunden, der am vergangenen Freitagnachmittag ein Einsatzfahrzeug eigenmächtig umgeparkt hat, um sein eigenes Auto aus der Parklücke zu holen, habe auch ihn überrascht.

Zuvor hatte Racky bei einem Einsatz im Lidl-Markt in Vockenhausen einen Notarzt hinzugerufen. Laut Mitteilung des Main-Taunus-Kreises war eine Frau kollabiert. Der Notarztwagen parkte hinter dem Rettungsfahrzeug, damit der Notarzt schnell an die Medikamente und Geräte darin gelangte. Dabei wurde ein Auto eingeparkt. Der Motor lief, während Rettungssanitäter und Notarzt sich um die Patientin im Rettungswagen kümmerten, damit die Geräte und die Kühlbox für Medikamente mit Strom versorgt sind.

Während das Notfallteam zu viert versuchte, die Frau im Rettungswagen zu stabilisieren, stieg offensichtlich bei dem Supermarkt-Kunden, dessen Wagen durch den Notarztwagen eingeparkt war, die Wut auf den Fahrer des Notarztwagens. Der Sanitäter bemerkte, dass etwas auf dem Parkplatz nicht stimmte und stieg aus. Als er den Mann nach dem Ausparken auf sein eigenmächtiges Handeln ansprach, wurde er wüst beschimpft. Weil der Mann sich nicht beruhigen wollte, verständigte der Sanitäter die Polizei und notierte sich das Kennzeichen. Die Polizei traf den rabiaten Fahrer später zu Hause an. Meldungen, dass der Sanitäter sich vor dem Mann im Wagen in Sicherheit bringen musste, haben sich nicht bestätigt, berichtete der Main-Taunus-Kreis am Montag. Trotzdem hat der Mann eine Straftat begangen, erklärte die Polizei. Ermittelt werde wegen unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeuges und Widerstand gegen den Sanitäter. Sie sind während eines Einsatzes Vollstreckungsbeamten gleichgestellt.

Der Fall hat Aufsehen erregt und die Diskussion neu entfacht, dass Menschen zunehmend Rettungsdienste, Feuerwehr oder Polizei, die im Einsatz sind, anpöbeln und behindern. In den sozialen Medien wurde das Thema kontrovers diskutiert. „Nach einer ersten Welle der Sympathie für die Rettungskräfte hagelte es schon einen Tag danach Kritik und sogar Vorwürfe“, sagte Racky. „Wir machen unseren Job so gut wir können und wenn Blaulicht leuchtet, bedeutet das, das entweder Lebensgefahr besteht oder bleibende Schäden drohen und wir unverzüglich handeln müssen.“ Das sei nicht immer möglich, so Racky, ohne andere zu behindern. Deshalb gelten für Einsatzfahrzeuge und Retter Sonderrechte. bpa

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