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Spielplatz ersatzlos geräumt

Mitarbeiter des Bauhofs beseitigen Spielgeräte und Bänke.     Foto: Beate Palmert-Adorff

 

Schon am Montagmorgen standen einige Kinder staunend am Bauzaun. Über Nacht hatte die Stadt damit begonnen, die Spielgeräte auf ihrem Platz In der Müllerwies zu demontieren und wegzuschaffen.

Die Stadt räumt den Platz für den Investor, der dort im Laufe der nächsten beiden Jahre eine Wohnanlage errichten will. Wie berichtet hatte die Stadt das Gelände von der Kirche gepachtet. Der Pachtvertrag wurde nicht verlängert, weil die Kirche auf dem rund 3500 Quadratmeter großen Grundstück drei Gebäude mit jeweils 20 barrierefreien Wohnungen bauen will.

Eigentlich sollte bis zur Räumung des bisherigen Bolzplatzes der neue Spielplatz unterhalb der Straße In der Müllerwies am Fischbach fertig sein. So lautet die 2016 getroffene Vereinbarung zwischen Stadt, der Kirche als Besitzerin des Grundstücks, und einer Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Spielplatz Müllerwies“, die Eltern aus dem betroffenen Gebiet seinerzeit gegründet haben.

Der neue Platz sollte längst fertig sein

Die BI kämpfte zunächst darum, Wiese, Bolzplatz und Kinderspielplatz zu erhalten, war dann zum Kompromiss bereit, wenn Ersatz für den beliebten Treffpunkt geschaffen werde.

Doch dann gab es Verzögerungen, „die ich nicht vorausgesehen habe“, bedauert Bürgermeister Alexander Simon: Die Aufträge waren vergeben, dann meldeten Anwohner kurzfristig noch Bedenken wegen des Lärms an. „Deshalb haben wir ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben“, sagt Simon, das unter anderem ganz spezielle Geräusche wie den Aufprall eines Balles auf einen Ballfangzaun untersuchte und am Ende zum Ergebnis kam, dass gebaut werden dürfe. Allerdings jetzt mit einer 3,50 Meter hohe Lärmschutzwand zwischen dem 11 mal 16 Quadratmeter großen Bolzplatz und den angrenzenden Wohngrundstücken.

Dann gab es unvorhergesehene Verzögerungen bei der Baufirma, die das Gelände terrassieren soll. Er sei trotzdem zuversichtlich, dass die Erdarbeiten bis Ende dieser Woche fertig sind und dann Schotter und Steine verlegt werden, sagt Simon.

Teurer als geplant wird der Platz sowieso. 90 000 Euro hatte die Stadt vorgesehen, inzwischen belaufen sich die Kostenvoranschläge auf 170 000 Euro. Allein für die Lärmschutzwand sind 30 000 Euro zusätzlich eingeplant. Außerdem sind Ballfanggitter Richtung Straße und Bach und zwei Tischtennisplatten vorgesehen.

Noch gar nicht im Budget eingeplant ist ein Kletterturm, für den Bürgermeister Alexander Simon Spenden sammelt.

Der zweite der beiden als Ersatz für den bisherigen Bolzplatz geplanten Spielplätze, der für Kleinkinder gedacht ist, liegt auf dem Baugelände selbst und wird sowieso erst fertiggestellt, wenn Häuser und Fußwege gebaut sind.

„Wir sind einfach enttäuscht, weil sich Stadt und Kirche nicht an den gemeinsam ausgehandelten Kompromiss halten“, sagt Florian Vehring, der zusammen mit seiner Frau Anke die Bürgerinitiative nach außen vertritt.

„Wir haben auf massive Proteste verzichtet, als die Bebauungspläne bekannt wurden und waren von Anfang an zum Kompromiss bereit, „unter anderem, damit es keine Übergangszeit ohne Ersatzfläche gibt“, sagt Vehring, denn der Bolz- und Spielplatz werde das ganze Jahr über, auch im Winter, von Kindern aus den angrenzenden Straßen genutzt.

Nun stehen die Kinder aus Staufenstraße, Gimbacher Straße, In der Müllerwies und In den Amtmannswiesen trotzdem auf der Straße und das ausgerechnet zu Beginn der Herbstferien.bpa

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