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Linda Dürrich als erste Frau an der Spitze

Das neue Führungsduo der Feuerwehr Eppstein, Sven Steinmetz und Linda Dürrich, mit dem scheidenden Wehrführer Erhard Waldmann (v.l.).Foto: Feuerwehr Eppstein

Wachwechsel in der Eppsteiner Feuerwehr: Sven Steinmetz wurde in der Jahreshauptversammlung einstimmig zum Wehrführer gewählt. Der 40-Jährige löst Erhard Waldmann ab, der seit 25 Jahren zunächst als stellvertretender, und seit 2008 als Wehrführer die Einsatztruppe leitete.

Zur Stellvertreterin wählten die Mitglieder Linda Dürrich (Foto). Die 29-Jährige ist die erste Frau in Eppstein an der Spitze einer Wehr und mit ihrem Amt auch eine Rarität im gesamten Main-Taunus-Kreis. „Das ist für mich ein besonderer Moment“, sagt die Diplom-Theologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Bochum. Seit gut einem Jahr wohnt sie wieder in Eppstein und schreibt derzeit an ihrer Doktorarbeit. Sie ist seit 14 Jahren Mitglied der Feuerwehr und inzwischen zur Gruppenleiterin ausgebildet. Ein Blick in die Historie der Eppsteiner Feuerwehr verrät, dass die Truppe früher schon Vorreiter für Frauen im Brandschutz war:

Neues Führungsduo bei der Feuerwehr

Schon 1974 nahm die Eppsteiner Wehr als eine der ersten Wehren in Hessen Frauen in die Einsatzabteilung auf.

Als Team müssen die beiden Wehrführer auch im Feuerwehrverein zusammenarbeiten: Dort wurde Linda Dürrich zur ersten Vorsitzenden und Sven Steinmetz zu ihrem Stellvertreter gewählt. Er ist ebenfalls in der Feuerwehr aktiv. Sven Steinmetz ist als hauptamtlicher Gerätewart bei der Stadt angestellt und seit einem Jahr stellvertretender Stadtbrandinspektor.

Die Idee, sie für die beiden Vorstandsposten vorzuschlagen, hatte anscheinend ihr Bruder Christoph, vermutet Linda Dürrich. Bei den Kameraden kam dies gut an. „Wir wollten ein junges Team, das Zeit hat, zusammen zu wachsen“, begründet Erhard Waldmann den Vorschlag des Feuerwehrausschusses für die beiden Kandidaten. Er selbst trat 1974 mit 14 Jahren in die Jugendfeuerwehr ein und kam mit 17 zur Einsatzabteilung, wurde damals zum stellvertretenden Jugendwart ernannt und leitete von 1988 bis 1993 die Eppsteiner Jugendfeuerwehr. Inzwischen sei er schon länger Wehrführer als mancher der jungen Kameraden alt sei, sagt Waldmann, der hauptberuflich als Versicherungskaufmann bei einer Krankenkasse arbeitet. Er bleibt im Vorstand der Stadtteilwehr als Beisitzer mit beratender Funktion.

Die Wahlen für Steinmetz und Dürrich fielen einstimmig aus. Optimal sei, so Waldmann, dass beide für Tageseinsätze zur Verfügung stünden, der Vereinsvorsitzende müsse zudem die Wehr nach außen repräsentieren.

Linda Dürrich sieht die Eppsteiner Wehr auf einem guten Weg: „Wir haben derzeit 40 Aktive, Tendenz steigend.“ Einige Jugendliche sind in die Einsatzabteilung gewechselt, einige Neu-Eppsteiner und einige Interessenten sind ebenfalls dazu gekommen. „Das ist fast schon ein Trend“, freut sie sich. Das bedeute aber auch, „dass wir uns als Team finden müssen“.

Die Eppsteiner Wehr wählte außerdem Florian Göb zum Jugendfeuerwehrwart sowie Marcel Kliese zu seinem Stellvertreter. Die Leitung der Kinderfeuerwehr übernimmt Peter Kistinger, der das Amt seit einem Jahr kommissarisch innehat. Frank Kirschner wurde zu Kistingers Stellvertreter gewählt, Hans-Rudolf Roth als Vertreter der Ehren- und Altersabteilung bestätigt.

An seinem Arbeitsplatz in der Stadtverwaltung hat Sven Steinmetz seit 1. Januar einen Kollegen aus dem Ehrenamt an der Seite: Mario Mezga übernimmt den zweiten Posten in der sogenannten Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Eppstein. Ihnen unmittelbar vorgesetzt ist Bürgermeister Alexander Simon als Katastrophenschutzdezernent. Der 46-jährige Mezga koordiniert als ehrenamtlicher Stadtbrandinspektor die Zusammenarbeit aller fünf Stadtteilwehren und ist als Feuerwehrmann in der Bremthaler Wehr zu Hause.

Simon betont, dass es gelungen sei, durch Aufgabenverschiebung und eine minimale Personalaufstockung eine weitere hauptamtliche Stelle für den Brandschutz zu schaffen. Eine knappe halbe Stelle hatte Mezgas Vorgänger Benjamin Heuser, der nun ganz ins Ordnungsamt wechselt. Mezga, gelernter KFZ-Mechaniker und zuletzt Disponent bei einem Unternehmen für Pumpen, ist als städtischer Mitarbeiter zuständig für Materialbeschaffung, Rechnungsprüfung, Gefahrgutschauen und Verwaltungsaufgaben und als ehrenamtlicher Stadtbrandinspektor die Verbindungsstelle zu den ehrenamtlichen Wehren.

Einen Interessenskonflikt sehe er dabei nicht, sagt Simon: „Die beiden lieben ihr Hobby, die Feuerwehr, aber sie haben auch die nötige Distanz, wenn es um Entscheidungen geht.“ Er erinnert daran, dass die Stadt früher schon gute Erfahrungen gemacht hat, Feuerwehrleute in der Stadtverwaltung einzustellen. Mezgas Vorgänger Hans Menke arbeitete im Ordnungsamt. bpa

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