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Burgenforschung und Ausbruchsversuche

Bürgermeister Alexander Simon und Erste Stadträtin Sabine Bergold (5. und 6. v.li.) stellten mit ihrem Team vor dem Bettelbub das Programm für die neue Burgsaison vor. Foto: Beate Palmert-Adorff

Mit dem Osterspaziergang in die Geschichte beginnt auch dieses Jahr die Saison auf der Burg.

Anlässlich der Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren sucht Museumsleiterin Monika Rohde-Reith am Ostermontag Stationen des künstlerischen Wirkens von Ella Bergmann-Michel und Robert Michel in Eppstein auf (siehe auch Seite 3). Das gesamte Kulturprogramm auf der Burg finden unsere Leser in der Beilage „Das Jahr 2019 auf der Burg“.

Die Sonderausstellung 2019 im Burgmuseum wird am Internationalen Museumstag, 19. Mai, eröffnet. Rohde-Reith nimmt darin „Ausbruchsversuche im Verlies“ und „Bauforschung auf Burg Eppstein“ unter die Lupe.

Seit über 100 Jahren wird die Burg erforscht und werden brüchige Mauerteile gesichert. Erstaunliche Funde werden im Museum aufbewahrt, andere im Mauerwerk konserviert – zum Beispiel die Kratzspuren in der Bruchsteinmauer des Verlieses im Boden des Bettelbubs.

Zu sehen sind sie nicht. Eine Geräuschinstallation und die Silhouette eines Gefangenen in Metall lassen jedoch das Grauen erahnen, das Delinquenten im etwa acht Meter tiefen „Angstloch“ empfunden haben müssen. Zur aktuellen Bauforschung waren in den vergangenen Tagen Archäologe Joachim Zeune und sein Kollege Thomas Starke auf der Burg. Seit über 16 Jahren untersucht der Burgenforscher aus dem Allgäu die Ruine im Frühjahr, vor Beginn der Sommersaison auf der Burg. Diesmal hat er sich die nördliche Schildmauer vorgenommen, die sich über der Wooganlage erhebt. Kartiert wird die Außenmauer von der Kemenate bis zur ehemaligen Kirche, dem heutigen Museum. Die Forscher suchen den Ursprung der feuchten Stellen in Museum und Kemenate und spüren dem Weg des Wassers im dicken Mauerwerk nach.

Auch die vier großen Fensterhöhlen, in denen an den vier Adventssonntagen wieder die vier Adventsfenster erstrahlen, werden auf ihre Standfestigkeit untersucht. Die Erkenntnisse der Archäologen fließen in die Sanierung ein, die für nächstes Jahr vorgesehen ist. Schon in diesem Jahr werden die Funde im Fußboden und in den Mauern des Kelterhauses neben dem Mainzer Keller gesichert.

Rauschende Gelder, barocke Inszenierungen und ein Feuerwerk

Bis Ostern erstrahlt voraussichtlich die Südseite der Burg samt Kastellanhaus und Bettelbub in neuem Licht. Der Burgverein finanziert, wie berichtet, das neue Beleuchtungskonzept.

Mit dem Prangerfest am 30. Mai und dem ersten Kinderkirchentag des evangelischen Dekanats Kronberg am 15. Juni wird das Programm fortgesetzt. Am 22. Juni eröffnen die Burgschauspieler die Burgfestspiele mit der aberwitzigen Verwechslungskomödie „Cash – und ewig rauschen die Gelder“.

Zum 34. Burglauf am 28. Juni erwartet die TSG Eppstein wieder mehrere hundert Läufer. Am 5. Juli setzt das Barock-am-Main-Ensemble die Burgfestspiele mit der Komödie „Horribilis Huckevoll“ fort. Die Titelrolle dieser Komödie von Rainer Dachselt in hessischer Mundart nach Motiven des Barockdichters Andreas Gryphius spielt Michael Quast.

Die Opera Classica Europa gastiert mit der Oper Aida von Giuseppe Verdi am 12. Juli auf der Burg. Nach dem Eppsteiner Kino Sommer-Wochenende 19. und 20. Juli verspricht Detlev Schönauer mit seinem Kabarett „Doppelhirn“ – Wundersame Familienvermehrung in Jacques Bistro am 24. und 25. Juli niveauvolle Comedy im Mainzer Keller. Zum Abschluss der Burgfestspiele führt das Ensemble der Burgfestspiele Bad Vilbel die Komödie „Pension Schöller“ von Carl Laufs auf.

Im August geht’s weiter mit dem Folk Festival und der charismatischen Folkrock-Band Versengold am 16. August. Weitere Highlights des Abends sind die Ghosttown-Company und Tir Nan Og. Am zweiten Abend des Festivals geben die sechs Musiker der Band „Celtica Pipes rockt!“ die musikalische Richtung vor.

Für eingeschworene Fans gibt es nach der Jubiläumspause im vorigen Jahr am letzten Augustwochenende wieder das einzig wahre Burgfest. Zum Auftakt spürt Denkmalschützerin Gesine Weber den Ursprüngen der Herren von Eppstein auf Burg Hainhausen bei Rodgau nach. Samstag und Sonntag, 24. und 25. August, wird in Zwingern, Kellern und Palas gefeiert.

Die Klassik Tour Kronberg fährt am 31. August durch Eppstein. Diesmal machen die Oldtimer Station auf dem Parkplatz am Bahnhof und müssen dort eine Sonderprüfung erledigen, bevor sie weiterfahren dürfen. Am 1. September feiern Eppsteins Katholiken die Stadtmesse auf der Burg, lädt der Verschönerungsverein zur 125-Jahr-Feier an den Kaisertempel und verspricht zum krönenden Abschluss das Musikfeuerwerk, das im vorigen Jahr wegen Brandgefahr abgesagt werden musste. Außerdem wartet im Zelttheater des Spielraumtheaters in der Wooganlage ein Märchenkoch darauf, die Kinder ins Märchenland zu entführen.

Am zweiten Septemberwochenende schenken Winzer aus verschiedenen deutschen Anbaugebieten ihre Wein- und Sektkreationen aus. Ausgerichtet wird das 9. Weinfest wieder vom Gewerbeverein IHH. Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September ist der Eintritt in die Burg kostenlos. Außerdem können sich Kinder von 6 bis 9 Jahren zur beliebten Suche nach dem Burggespenst anmelden.

Das Motto des Herbstmarktes am 15. September lautet wieder „Alles muss raus!“ Kräuterhexe Gabi Wittich zeigt, wie die Kräuter fachkundig geerntet werden.

Beim Herbstspaziergang am 12. Oktober durch die abendlichen Eppsteiner Gassen begegnen die Teilnehmer marodierenden Soldaten, Wolfsfängern und einer Verurteilten auf dem Weg zum Galgen. Der Titel „Eppstein brennt!“ bezieht sich auf das Zeitalter des Barock und die zahlreichen Branntweinbrennereien in dieser Zeit. Mit der Eröffnung der Adventsfenster in der Wooganlage an den vier Adventssamstagen und dem Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende geht das Jahr auf der Burg zu Ende.

Karten für die Burgfestspiele gibt es ab sofort im Bürgerbüro und in den üblichen Vorverkaufsstellen. bpa

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