Anwohner bedauern die Überreaktion

Leserbrief zum Bericht „Zehn Freunde – In der Altstadt nicht gewünscht“ aus EZ Nr. 36/2020 vom 3. September 2020:

„Wir als Anwohner der Burgstraße, die sich an der Unterschriftenaktion beteiligt haben, möchten unsere Gründe der Ablehnung, die insbesondere aus der Situation der Corona-Pandemie resultieren, darlegen. Wir als Betroffene machen von unserer Meinungsfreiheit Gebrauch:

Der Veranstalter hat von der Stadt Eppstein als Auflage bekommen, vorab die Anwohner über die Veranstaltung zu informieren, wir haben die Informationen aber lediglich in der Presse gelesen. Wir sind vorher nicht direkt informiert worden.

Bei einem Notfall (Krankenwagen-, oder Feuerwehr-Einsatz) ist aufgrund der beengten Verhältnisse ein schneller Zugriff ohne Verzögerung nicht möglich.

Der Abstand von 1,50 m kann zu den Häusern bzw. zu den Passanten, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen, über die gesamte Veranstaltungsdauer nicht eingehalten werden, da die Breite der Burgstraße an dieser Strecke ca. vier bis fünf Meter beträgt. Der bei der Veranstaltung geplanter Runde Tisch von 1,80 Metern sowie zwei Stühle je 0,60 Meter betragen zusammen drei Meter. Wenn man einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu den Passanten einhalten muss, sollte die Breite der Burgstraße durchgehend mindestens sechs Meter betragen.

Generell sind die Straßenverhältnisse in diesem Bereich zu eng, um eine Veranstaltung in diesem Ausmaß durchzuführen. Es gibt bessere Alternativen, die wir vorgetragen haben: wie der Wernerplatz, die Wooganlage, der Platz vor dem Rathaus, der Vorplatz am Bahnhof oder die Parkplätze hinter dem Bahnhof. Keine der Alternativen wurden in Betracht gezogen.

Außerdem ist in der katholischen Kirche zeitgleich eine Veranstaltung mit ca. 35 Personen geplant, weshalb noch mehr Menschen aufeinandertreffen, was aus unserer Sicht gerade in den Zeiten der Pandemie nicht zu verantworten ist und nicht nur unsere, sondern sich auch auf die Gesundheit der Allgemeinheit auswirken könnten.

Diese Bedenken haben ein Großteil der Anwohner unterstützt. In diesem betroffenen Bereich hat nur ein Haushalt diese Aktion nicht unterstützt, an zwei Haushalten haben wir keine Anwohner auffinden können.

Aus gesundheitlichen Gründen werden schon im Vorfeld überall Weinachsmärkte oder ähnliche Veranstaltungen abgesagt, was natürlich sehr bedauerlich ist. Gleichzeitig eine Veranstaltung in dieser Größenordnung durchführen zu wollen, ist daher auch aus diesem Gesichtspunkt nicht nachvollziehbar.

Nach eigener Aussage des Veranstalters lag für die Veranstaltung noch keine Genehmigung des Gesundheitsamts vor. Es ist fraglich, ob diese in der Zwischenzeit überhaupt vorliegt.

Als Anwohner der Burgstraße sind wir im Übrigen nicht befugt, so eine Veranstaltung weder zu genehmigen und noch abzusagen.  

Wir sind ebenfalls an der Belebung der Altstadt sehr interessiert. Wir sind immer bereit uns im vertretbaren Rahmen daran zu beteiligen.

Als Anwohner sind wir vom „Aussterben“ der Altstadt am ehesten betroffen, da bereits die Apotheke geschlossen wurde, genauso wie der „Nah und Gut“ Lebensmittelmarkt und die Bäckerei in der Straße.

Wir können uns allerdings nicht erklären, wie die Altstadt durch einen einzigen Dinner-Abend – ausschließlich in einem Teil der Burgstraße – belebt werden kann. Die Überreaktion, zukünftig keine Veranstaltungen – auch nach der Corona-Pandemie – in der Altstadt stattfinden zu lassen, bedauern wir.

Ausdrücklich betonen möchten wir, dass dies eine Aktion der Anwohner ist, gleich welcher politischen Einstellung sie auch sind.“

Recep Uzun

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10. September 2020 - 18:00

10-Freunde-Feier – vorgeschobene Argumente

Schade, schade, dass diese "10 Freunde-Feier" nicht stattfindet und an vorgeschobenen Argumenten scheitert.
Man findet immer etwas, wenn man gegen etwas ist.
Und sollten nicht alle Eppsteiner froh sein, wenn sich hier Menschen, immer wieder und wiederholt, engagieren.
Es ist doch nicht einfach hier etwas auf die Beine zu stellen.
Wenn nun diese engagierten Menschen "die Nase voll" haben, kann ich das verstehen.
Also passiert in Eppstein nichts.
Oder haben die "Einwändler" irgendeine zündende Idee?

Karin Hartmann

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