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Familieninitiative sammelt 290 Unterschriften „Pro Windkraft“

Steffen und Heidi Dittmar mit ihren Kindern Mona und Ben (v.li.) haben ein Windrad für Bürgermeister Alexander Simon (re.) mitgebracht. Unterstützt wurden sie von Isabell Schwenk (2.v.re.) mit ihren Kindern Luna, Fanny und Mieke sowie Karin Hartmann. Foto: bpa

Energie muss möglichst lokal erzeugt werden und jede Gemeinde muss ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Davon sind Steffen und Heidi Dittmar überzeugt und haben, wie schon im Sommer berichtet, eine Online-Petition „Rückenwind für Eppstein“ ins Leben gerufen.

In den vergangenen Monaten sammelte die Familie aus Niederjosbach Unterschriften für Windkraft und überreichte am Mittwoch voriger Woche zusammen mit einigen Mitstreitern Bürgermeister Alexander Simon eine Liste mit 292 Unterschriften, darunter 260 von Eppsteiner Bürgern.

Gedacht war die „Pro-Liste“ der Dittmars als Reaktion auf die ablehnende Haltung vieler Eppsteiner auf den Entwurf des Teilplans Erneuerbare Energien (TEE), der eine Vorrangfläche für Windenergie zwischen Bremthal, Langenhain und Wildsachsen vorsieht. „Wir wollten den Windkraftbefürwortern eine Stimme geben“, sagte Steffen Dittmar. Die Idee sei bei den gemeinsamen Gesprächen am Familientisch mit den beiden Kindern Ben (10) und Nora (6) entstanden.

Wie berichtet formierte sich im Frühjahr gegen die Pläne für die Vorrangfläche 3003 zwischen Eppstein und Hofheim Widerstand in Eppstein. Auch die Stadt lehnt diese Fläche ab und unterstützte den Widerstand, indem sie auf die Möglichkeit zum Einspruch hinwies und reichte im Juli fast 2000 Unterschriften und Einwendungsschreiben an den für die TEE-Planung zuständigen Regionalverband weiter.

„Wir empfanden die Diskussion als zu einseitig“, sagte Steffen Dittmar und sammelte in den vergangenen Monaten zusammen mit einer Reihe von Helfern Unterschriften für ihre Pro-Liste. Obwohl die offizielle Einspruchsfrist vorbei ist, will Bürgermeister Simon sie an den Regionalverband weiterleiten. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen und erinnern auch an das städtische Klimaschutzkonzept von 2012“, sagte Dittmar. Das Thema erneuerbare Energien werde aus seiner Sicht oft zu einseitig betrachtet. „Es gibt nicht nur eine mögliche Lösung“, sagt Dittmar: „Wir müssen jetzt umdenken und die Lösung der Probleme nicht erst unseren Kindern überlassen.“ Als Symbol für die notwendige Energiewende überreichte Sohn Ben dem Bürgermeister den Bausatz für ein Miniatur-Windrad. Simon wies darauf hin, dass die Vorrangfläche 3003 bei Bremthal vor allem in der Kernstadt hoch emotional diskutiert werde. Die Lage in unmittelbarer Nähe zu Autobahn, ICE-Trasse, Hochspannungsleitung und unter der Abflugschneise des Flughafens sei kritisch zu sehen. Auch gebe es Faktoren wie die Nähe zu Flugsicherungsanlagen und einer geschützten Waldfläche, die im TEE nicht ausreichend berücksichtigt würden.

Andererseits gebe es eine Fläche in der Eppsteiner Gemarkung, die aus Eppsteiner Sicht besser für Windräder geeignet sei: Die Vorrangfläche 2-359 im Teilplan Hessen Süd in der Mark, einer Enklave im Niedernhausener Ortsteil Oberjosbach, ist mit 74,4 Hektar fast doppelt so groß wie die Vorrangfläche bei Bremthal. Aber auch dort ist mit Widerspruch zu rechnen: Die Bürgermeister von Niedernhausen und Idstein sind gegen Windräder an dieser Stelle. Die Stadt Eppstein sicherte in der Stellungnahme an den Regionalverband zu, die Stadt Eppstein werde – „sollte die Fläche 2-359 auf der Gemarkung Niedernhausen bestandskräftig als Gebiet für die Windenergie ausgewiesen werden – als Eigentümerin dieser Flurstücke auch hier keine Anstrengungen unternehmen, das Gebiet zu entwickeln.“

Es müsse möglich sein, über solche Optionen offen zu diskutieren, wünschte sich Dittmar und erzählte, dass er sogar in Begleitung seines zehnjährigen Sohnes von einigen Eppsteinern unsachlich angegangen wurde. Die Energiewende dürfe nicht aus eigennützigen Gründen abgelehnt werden. Das Gemeinwohl gehe aus seiner Sicht vor. bpa

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