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Mit Richard Hofmann gelang Franz-Josef Kranz sein größter Coup

Franz-Josef Kranz mit Ehefrau Roswitha. Foto: B. Palmert-Adorff

Seine Ehrenämter habe er eigentlich nie durch eigenes Zutun erhalten, erinnerte sich der Eppsteiner CDU-Ehrenvorsitzende Franz-Josef Kranz, der am Montag seinen 85. Geburtstag feierte.

Vor 65 Jahren trat er in seiner Heimatstadt Höchst der CDU bei, nachdem ihn die Politiker aus einer Sitzung der katholischen Jugend geholt hatten. 1959 zog er mit Ehefrau Roswitha nach Eppstein. Ein anderer Wohnort kam für die gebürtige Eppsteinerin nicht in Frage, erinnern sich die beiden am Geburtstag. Bereut habe er den Wechsel nach Eppstein nicht, sagt Kranz. Auch in der Burgstadt engagierte er sich schon bald ehrenamtlich und war von 1961 bis 1993 Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion, außerdem Kreistagsmitglied und von 1961 bis 1985 Vorsitzender der CDU Eppstein.

Nur einmal habe sie sich gewünscht, nicht in Eppstein zu wohnen, erinnert sich Roswitha Kranz: „Als mein Mann sich für den Bau der Mittelpunktschule auf der Gemarkungsgrenze zwischen Eppstein und Vockenhausen einsetzte, wurden wir sehr direkt und persönlich angefeindet.“ Kranz, damals junger Vater von zwei Kindern, war, im Gegensatz zu vielen alteingesessenen Eppsteinern und Vockenhäusern für den Bau des Vorläufers der heutigen Freiherr-vom-Stein-Schule. Die Schule ist längst gebaut, Kranz Kinder Thomas und Martina haben sie besucht, die Anfeindungen von damals sind verziehen.

Als sein größter politischer Coup gilt, dass Kranz Richard Hofmann als Bürgermeisterkandidaten der CDU ins damals SPD-dominierte Eppstein holte. In langen Gesprächen und mit viel diplomatischem Geschick überzeugte er die drei FWG-Mitglieder im damaligen Stadtparlament davon, die vier CDU-Stadtverordneten bei der Wahl zu unterstützen. So wurde der 30-jährige Hofmann mit einer Stimme Mehrheit 1968 zum jüngsten Bürgermeister im Main-Taunus-Kreis gewählt.

Hofmann blieb fast 33 Jahre im Amt und prägte zusammen mit Fraktionschef Kranz über Jahrzehnte die weitere Entwicklung der Stadt. Der von Natur aus eher ausgleichende Kranz blieb auch nach der Gebietsreform 1977 an der Spitze der CDU Eppstein und wurde 1994 zum Ehrenvorsitzender ernannt. Dem Caritasverband des Main-Taunus-Kreises stand Kranz bis 2008 vor, war außerdem Mitglied im Pfarrgemeinderat.

Aktiv ist der Jubilar noch in zwei Herzensangelegenheiten: 1996 war er Mitbegründer des Hilfsvereins „Umoja“, dem er bis heute vorsteht. Umoja förderte in der Gemeinde Molangi in Tansania den Bau eines Kindergartens, einer Mehrzweckhalle und einer Ambulanz und finaniert inzwischen mit seinen Spenden Schulbesuch und Schulbücher, damit auch Kinder aus armen Verhältnissen in Tansania Kindergarten und Schule besuchen und eine berufliche Ausbildung absolvieren können.

Außerdem hilft er einer aus Syrien geflüchteten Familie, die sich in Eppstein wiedergefunden hat. Er hilft den Eltern bei Anträgen und Behördengängen. Inzwischen seien sie bestens integriert und sprechen auch gut deutsch, sagt Kranz. Der Mann habe eine reguläre Arbeit und verdiene genug, um die Familie zu ernähren.

An seinem Geburtstag empfing der Jubilar, langjährige politische Wegbegleiter und ehemalige Kollegen aus seiner Zeit als Geschäftsführer der Pensionskasse der Hoechst AG. Am Wochenende feiert er mit Kindern und Enkeln.

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