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Der Mundschenk musste an den Pranger

Ramon Olivella wird abgeführt von Trommler Manuel Niegel und Hauptmann Klaus Wilke.Foto: Frauke Frerichs-Gundt

Zum Prangerfest der Stadtwache Eppstein zog sich der Himmel grau an, verzichtete aber auf Regen. Den Tränen nahe war hingegen die vierjährige Tochter des ersten Delinquenten am Pranger, Ramon Olivella.

Der Eppsteiner Mundschenk und zweite Vorsitzende des Burgvereins wurde von der Stadtwache wegen angeblicher Weinpanscherei mit Wasser angeklagt und unter Protest an den Pranger geführt. Während Ramon Olivella lächelnd den Spaß mitmachte, war seine kleine Tochter um das Wohl des Papas besorgt. Sichtlich erleichtert schloss sie ihn nach dessen Auslösung wieder in die Arme.

„Eigentlich wollten wir dieses Jahr auf die Tradition verzichten und niemanden an den Pranger führen“, erklärte Klaus Wilke, Hauptmann der Stadtwache. Denn den Leuten fehle zunehmend der Humor für die harmlose Gaudi und vor allem sei die Bereitschaft für eine Spende zum Auslösen des Delinquenten extrem in den Keller gegangen, erläuterte er die Entscheidung. Summierten sich früher für einen guten Zweck dreistellige Beträge, waren im vergangenen Jahr nur wenige Münzen zusammengekommen. Noch vor wenigen Jahren empfanden es vor allem Honoratioren und Politiker als Ehre, mit diesem Scherz ihren Humor und ihre Großzügigkeit unter Beweis zu stellen. Heute würden die Menschen fast schon panisch reagieren, sobald sich ihnen Trommler Manuel Niegel und Hauptmann Klaus Wilke näherten. Doch das Spektakel wurde vergangenen Himmelfahrtstag unter anderem von den 17 argentinischen Gästen aufrecht erhalten: So wurde Oscar Ouperle von seinen Freunden „verpfiffen“ und an den Pranger gestellt.

Die Gruppe aus Buenos Aires besucht bei ihren Europabesuchen regelmäßig Eppstein und die Handballer der TSG. Diese hatten die Argentinier bei ihrem legendären Ausflug 1998 kennengelernt, als sie den deutschen Turnverein in Villa Balestere, einem Stadtteil von Buenos Aires, besuchten. Der Vockenhäuser Gerhard Spiringer halte den Kontakt, verriet Stadtwachen-Mitglied Günter Brandl.

So kämen die argentinischen Freunde immer wieder in die Burgstadt. Dieses Mal saßen sie fröhlich unter Marktschirmen und dem großen Partyzelt, an dessen Rückwand internationale Fähnchen wehten und dessen Stützen mit Birkenstämmchen dekoriert waren.ffg

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