Aufregende Nachtwache mit Löscheinsatz an der Schule

Ein Blick von der Drehleiter auf das Übungsszenario der Jugendwehren in der Freiherr-vom-Stein-Schule.Fotos: Caren Lewinsky

Am Samstagabend ertönte das Martinshorn in der Altstadt und ein Großaufgebot von Jungen und Mädchen aus allen fünf Eppsteiner Jugendfeuerwehren erklomm den Schulberg vor der Freiherr-vom-Stein-Schule. Der 24- Stunden-Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren erreichte seinen Höhepunkt.

Es ist der erste seit 2019. Eine gute Stunde zuvor wurden Nebelmaschinen und Euroblitzer zur Feuersimulation aufgestellt. Statisten wurden eingewiesen, die Vorbereitungen waren rechtzeitig abgeschlossen.

Eltern und Großeltern warteten vor dem Haupteingang der Schule gespannt auf den Einsatz ihrer Sprösslinge, doch dann gab es eine Verzögerung „wegen unklarer Rauchentwicklung am Blitzer auf der B455“, so die Einsatzleitung. Würde sich ein Brand bestätigen, müssten die Löschfahrzeuge zum echten Einsatz ausrücken. Zum Glück ertönte nach 20 Minuten nur der Alarm für den Probeeinsatz im Schulgebäude.

Feuerwehrfrau Gabi Ast meldete in der Rolle einer Zeugin undefinierbaren Rauch am Schulgebäude. Daraufhin wurden zunächst Eppstein und Vockenhausen alarmiert, die den Ernst der Lage prüften und den Feueralarm über die Meldeanlage auslösten, sodass alle Stadtteile ausrückten, also auch die Wehren aus Bremthal, Niederjosbach und Ehlhalten. Es kamen Löschfahrzeuge an allen Einfahrten der Freiherr-vom-Stein-Schule an, insgesamt waren rund 80 Jugendliche aus allen Stadtteilen im Einsatz. Eine Kamera-Drohne filmte die Szene für den Internet-Auftritt der Feuerwehr.

Gestikulierend bedeutete Ast den Kindern, dass sie sich beeilen sollten. Der Einsatzleiter legte den „Angriffsweg“ ins Gebäude fest. Die Gruppenführer der zuerst eingetroffenen Wehren sondierten die Lage in der Schule und meldeten: „Fünf Räume verraucht, Personen werden vermisst!“

Ast spielte die Entrüstete, weil die vermissten Personen noch nicht gerettet waren, und musste beruhigt werden. Auch das gehört im Ernstfall zu den Aufgaben der Wehr. Die stellvertretende Stadtjugendwartin Tina Hachenberger, bekam vom Betreuerteam der Jugendfeuerwehr Niederjosbach scherzhaft den Titel „Jugendfeuerwehr-Mutti“, weil sie nahezu überall zur Stelle war und auch den Ablauf der Übungen genau im Kopf hatte:

So probten die Jugendlichen das Funken und führten den Löscheinsatz durch: das Ausrollen der Wasserschläuche, Montieren am Hydranten und das Löschen. Die Wassertanks in den Löschfahrzeugen blieben so als Reserve erhalten, immerhin 1450 und 2000 Liter Wasser. Dafür gab es die ein oder andere Überschwemmung am Hydranten.

In voller Schutzkleidung mit Atemschutzmasken und Druckluftbehälter mit 300 bar und Sauerstoff für 30 Minuten gehen die Einsatzkräfte sonst in Gruppen in ein brennendes Gebäude. Die Jugendlichen trugen Druckluftbehälter-Attrappen, die statt 18 Kilogramm nur 3 bis 4 Kilogramm wogen. Mit der schweren Kleidung und Ausrüstung übten sie auch den Einsatz der Wärmebildkamera, die Feuer, Temperatur und Personenumrisse zeigt, und brachten Rauchschutzvorhänge an Türen an, um die Ausbreitung von Rauch zu vermeiden.

Einige als Rauchopfer geschminkte Statisten wurden gerettet. Zu dritt trugen die jungen Einsatzkräfte einen lebensgroßen und realistische 75 Kilogramm wiegenden Dummy in einer Korbtrage aus dem Gebäude. Über die Drehleiter mussten sie eine kleinere Kinderpuppe aus dem Fenster des ersten Stockwerks retten.

Als alles vorbei war, durften ein paar glückliche Zuschauer den Korb des Drehleiterfahrzeugs besteigen und 30 Meter über der Gesamtschule die Aussicht über Eppstein genießen. Der stellvertretende Vockenhäuser Wehrführer, Benjamin Dick, erläuterte die Steuerung, assistiert von Tochter Emma von der Jugendfeuerwehr.

Zufrieden kehrten alle 80 Jugendlichen im Alter von zehn bis sechzehn Jahren nach diesem Großeinsatz in ihre Feuerwehrhäuser in den Stadtteilen zurück. Vor dem Alarm hatten sie gerade Pommes frites, Salat und Bratwurst zu Abend gegessen und nun lagen die restlichen Stunden der Nachtwache vor ihnen. Um zwei Uhr morgens sollten sie mit Hilfe einer Wärmebildkamera eine vermisste Person zwischen Niederjosbach und Hof Häusel finden und am Morgen von einem kleinen Alarmruf geweckt werden.

So gingen die 24 Stunden von 8 bis 8 Uhr schnell zu Ende. Völlig erschöpft, aber glücklich wurden die Kinder nach dem Frühstück am Sonntagmorgen verabschiedet.ccl

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