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Neues Führungs-Duo hat Visionen – und das Machbare im Blick

Tatjana Schier und Peter Keller sind das neue Führungsduo der TSG Eppstein.

Der Führungswechsel bei der TSG Eppstein ist gelungen. Peter Keller löst den bisherigen Vorsitzenden Albert Marthaler ab. Marthaler hatte die Vereinsführung über Eppsteins Mitgliederstärksten Verein nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Edgar Münch 2011 übernommen. In der Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag gab der 65-Jährige das Staffelholz an Peter Keller weiter. Der 70-jährige Keller „wurde von den sechs Abteilungen als Wunschkandidat gehandelt“, verriet seine neue Stellvertreterin Tatjana Schier. Der neue Vorsitzende wiederum wünschte sich einen jüngeren Vize „und möglichst eine Frau“ an seiner Seite. So wurde die 45-jährige Handballerin für sie selbst überraschend zur zweiten Vorsitzenden gewählt. 

Beide haben die Zukunft des Vereins im Blick und schon einige Ideen: So wollen beide die Jugendlichen stärker einbinden. Immerhin sind mehr als die Hälfte der 1400 Mitglieder jünger als 16 Jahre. Bisher gibt es nur in der größten Abteilung, den Handballern, einen Jugendvorstand. Das wollen die beiden in allen Abteilungen und für den Gesamtvorstand umsetzen und gemeinsam mit den Jugendlichen neue Angebote schaffen. „Da wächst eine neue Generation heran, von der wir viel lernen können“, ist Tatjana Schier überzeugt, die selbst Mutter von zwei talentierten Handball-Spielern ist und beruflich als Sparkassendirektorin, im Teilzeitjob, Firmenkunden betreut. 

Auch Kellers beide Söhne spielen Handball. Florian noch immer bei der TSG als Torwart der ersten Herrenmannschaft. Kellers Enkel sind gerade alt genug, um bei den Minis zu trainieren. Er selbst gehört dem Lauftreff an. „Den Kontakt habe ich geknüpft, als wir vor 35 Jahren nach Eppstein gezogen sind“, sagt Keller, der bis zur Rente als Diplom-Agrar-Ingenieur für die Entwicklungshilfe-Organisation GEZ international tätig war. 

Erfolgreiche Kooperationen mit den Eppsteiner Grundschulen und der Theißtal-Schule Niedernhausen wollen beide fortsetzen, allerdings auch das heiße Eisen der knappen Trainingsmöglichkeiten thematisieren. „Was nutzen uns erfolgreiche Werbekampagnen an den Schulen, wenn wir mangels Trainingsmöglichkeiten nicht mehr genügend Kinder- und Jugend-Teams aufstellen können“, hat Schier beobachtet. Schon jetzt trainieren meistens zwei Jugendmannschaften gleichzeitig in der Bien-roth-Halle, weil es nicht genügend Hallenkapazitäten gibt. Eine Jugendmannschaft ist sogar im Rahmen einer Kooperation ausgelagert nach Langenhain.

Auch in den anderen Abteilungen des Vereins, die auf Trainingsräume angewiesen sind, gibt es Wünsche, die Angebote auszuweiten. Vom Eltern- Kindturnen bis hin zu Fitnesstraining für Senioren ist das Breitensport-Angebot enorm. Gymnastik- und Turngruppen würden gern mehr Trendsportarten, beispielsweise „Jump und Fitness“ anbieten, haben aber keinen Platz. Eppstein sei zwar Zuzugsgemeinde und attraktiv für viele junge Familien. Das sportliche Angebot halte bei dieser Entwicklung aber kaum Schritt, ist sich das neue TSG-Duo einig. 

Interesse an zusätzlichen Hallenzeiten haben auch fast alle anderen Eppsteiner Sportvereine. „Rechnen wir deren Mitglieder hinzu, kommen wir schnell auf einen Bedarf an Platz für knapp 3000 Sportbegeisterte in Eppstein“, ist Keller überzeugt und will eine Art vereinsübergreifenden „Stammtisch“ ins Leben rufen, um das gemeinsame Hobby, den Sport, zu fördern. Die beiden gehen sogar noch weiter und denken schon über gemeinsame Projekte nach – und haben die Vision einer neuen Halle in Eppstein für Indoor-Sportarten. Vor Sponsorensuche und Crowdfunding sei ihnen nicht bange. Wichtiger aber sei es, die Politik von der Notwendigkeit einer solchen Investition zu überzeugen. Als Standort böte sich aus ihrer Sicht ein Ersatzbau für die reichlich in die Jahre gekommene Burg-Schul-Turnhalle an. 

Vorrang vor solchen langfristigen Ideen haben jedoch die naheliegenden Probleme, zum Beispiel die Hallentrainigszeiten neu zu verhandeln. Der Bedarf bei Handballern und Turnern sei enorm. Der vereinseigene Sportplatz müsse in Schuss gehalten werden. Im nächsten Jahr werden Tartanbahn und Sprunggrube saniert. Die Wurzeln der Bäume an der Grundstücksgrenze zerstören allmählich die Oberfläche. Deshalb baut die Stadt zunächst eine Wurzelsperre, dann wird die Bahn erneuert. 

Finanziell stehe der Verein gut da, allerdings werden die Mitgliedsbeiträge erstmals seit Jahren wieder erhöht. Die meisten Abteilungen der TSG seien Selbstläufer und hervorragend organisiert, insbesondere die Leistungsträger Handball, Leichtathletik, Rasenkraftsport und Triathlon. Bei den Turnern müsse man nach neuen Kräften suchen für die einzelnen Übungsangebote. Doch zuallererst wollen die beiden das Gemeinschaftsgefühl der TSG-Familie stärken und möglichst den gesamten Vorstand motivieren, gemeinsam im Verein das Sportabzeichen abzulegen.     bpa

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