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Mattenfüchse ehren „die gute Seele des Vereins“

v.l.n.r.: Steffen Heinzmann, Vorsitzender der Mattenfüchse, Hans Böhl, Vorsitzender des Sportkreises Main-Taunus, Sidrat Blöchle und Jannette Deutschländer, 2. Vorsitzende. Foto: Helga Mischker

Sidrat Blöchle staunte nicht schlecht, als plötzlich der Vorsitzende des Sportkreises Main-Taunus Hans Böhl „auf der Matte stand“ und die Stimmung auf einmal ganz feierlich wurde.

Beim außergewöhnlichen Nachmittag der Mattenfüchse hatte sie eigentlich den Vortrag von Trainer Uwe Hohmann über die „Halle zur Lehre des Weges“, dem Kodokan in Tokio erwartet. Doch plötzlich stand sie ganz überraschend selbst im Mittelpunkt und ihre Verdienste für den Judosport. Böhl überreichte dem Gründungsmitglied feierlich die Ehrennadel in Gold des Judoverbandes Hessen und einen dicken Blumenstrauß für 40 Jahre Mitgliedschaft und ihr Engagement, zuerst als Vorsitzende des Vereins und seit rund 20 Jahren als Kassiererin.

„Ohne Sidrat und ihre konsequente Kassenführung hätte die eine oder andere Anschaffung so einfach nicht getätigt werden können“, sagte Steffen Heinzmann, Vorsitzender des Judorings „Die Mattenfüchse Eppstein“. Auch heute sei Sidrat dem Vorstand eine große Hilfe und unterstütze den Verein, wo sie nur könne. „Sie ist die gute Seele des Vereins,“ so Heinzmann. Die Geehrte erinnerte sich an eine Fahrt kürzlich bis hinter Stuttgart, um gebrauchte Matten abzuholen.

Mit der Ehrung hatte Sidrat nicht gerechnet. „Alle Eingeweihten haben dichtgehalten und nichts verraten“, erzählte Heinzmann verschmitzt.

Der Vortrag über den Kodokan, der ältesten und bedeutendsten Judo-Schule der Welt, fand nach der Ehrung statt. Hohmann hat mindestens schon 20 Mal dort trainiert, erstmals Ende der 70er Jahre als Mitglied einer Judo-Auswahl der deutschen Junioren. In seinem Vortrag stellte er die Geschichte des Judo und die Trainingsmöglichkeiten im Kodokan vor. Dort werden heute noch die offiziellen Judoregeln, Griffe und Würfe sowie Abfolgen (Katas) gelehrt, bewahrt und weiterentwickelt. Der Praxis des Judo entspringe eine Haltung zum Leben. „Ju“ steht für Lehre, „Do“ für Weg oder Haltung. Der Begründer ist Professor Jigoro Kano, berichtete Hohmann, er habe alle gefährlichen Techniken entfernt und der Kampfkunst das Prinzip des Sportlichen hinzugefügt.

Der Verein sei auf einem guten Weg, so Heinzmann. Seit im Februar 2017 mit Heinzmann und Jannette Deutschländer die Eltern der Judo-Kinder das Zepter übernommen haben, stieg die Mitgliederzahl und liegt jetzt bei 70 Mitgliedern. Neben Roland Benner ergänzt seit einiger Zeit Hohmann das Trainerteam. Die Jugendwarte Jennifer Weigelt und Patrick Pritsch kümmern sich um die jüngeren Mitglieder, Kinder beginnen mit dem Judo meist im Alter von fünf Jahren. Um Benner zu entlasten, ist der Verein auf der Suche nach einem weiteren Trainer.

Interessenten könnten jederzeit im Training in der Dattenbachhalle unverbindlich vorbeischauen, so Heinzmann – idealerweise freitags, denn dort seien beim Eltern-Kind-Judo auch die Erwachsenen aktiv dabei. Dabei liege der Fokus weniger auf Wettkampf, sondern auf Übungen, die sich jeweils zu einem Drittel aus Selbstverteidigung, körperlicher Fitness und Judotechniken zusammensetzen. Oft genug trainierten die Kinder auf der Matte neben den Eltern. „Sie haben ein Erfolgserlebnis, wenn sie sehen, dass sie die Rolle besser beherrschen als ihre Eltern“, sagte Heinzmann.

Fürs Erste genügt eine lange Trainingshose oder Leggings sowie ein langärmeliges Shirt. „Den Judo-Anzug gibt es dann vom Verein, sobald sich jemand fürs Weitermachen entscheidet“, erklärte Heinzmann. Für Flüchtlinge übernehme der Verein sogar den Mitgliedsbeitrag. „Dies ist unser Beitrag, den Menschen zu helfen“, so der Vorsitzende.

Als nächstes sei eine Judo-Vorführung bei der Öffnung eines Adventsfensters an der Burg geplant. Weitere Informationen gibt es unter www.judo-eppstein.de.mi

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