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Ehrenbrief des Landes für Judoka Armin Bodendieck

Armin Bodendieck mit den beiden Urkunden.

Armin Bodendieck aus Vockenhausen erhielt in der vergangenen Woche den Ehrenbrief des Landes Hessen für knapp 40 Jahre Tätigkeit als erster Vorsitzender des Vereins „Judoring Mattenfüchse Eppstein“.

Landrat Michael Cyriax überreichte die Auszeichnung während einer Feierstunde mit sechs weiteren Geehrten. Roland Benner, langjähriger Vereinskollege bei den Mattenfüchsen, ehrte Bodendieck im Namen des Hessischen Judoverbandes für „beispielhaftes ehrenamtliches Engagement“ und überreichte die goldene Ehrennadel des Landesverbandes.

Bodendieck, der seit 1974 in Vockenhausen lebt, übernahm schon kurz nach Gründung des Vereins 1979 den Vorsitz bei den Mattenfüchsen. Bis 1984 legte Bodendieck seine Prüfungen als Übungsleiter ab und erreichte den 1. Dan als Schwarzgurt. 15 Jahre lang bildete er sich in der Judo-Sommerschule des Judoverbandes fort und legte inzwischen längst die Prüfung für den 3. Dan ab.

Judo trainierte Bodendieck schon als 15-jähriger Maschinenschlosserlehrling im Werksklub der Ruhrchemie AG in Oberhausen. Bei den Mattenfüchsen trainierte er zusammen mit der Ehlhaltenerin Sidrad Blöchle, die dem Verein ebenfalls von Anfang an angehört, zeitweise bis zu 50 Kinder und Jugendliche. Mit Bodendieck als Trainer feierten die Jugendgruppen der Mattenfüchse zahlreiche Erfolge bei Bezirks-, hessischen und südwestdeutschen und deutschen Meisterschaftswettkämpfen. Patricia Bauernfeind wurde deutsche Meisterin, Bodendiecks Sohn Jens südwestdeutscher Meister. Zuletzt erreichte Jessica Weigelt im März den 7. Platz bei den deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen. Mit ihnen und zahlreichen anderen erfolgreichen jungen Judokas fuhr Bodendieck an den Wochenenden zu Wettkämpfen in ganz Hessen und darüber hinaus.

Der Wettkampf oder „Shiai“, so Bodendieck stehe allerdings erst an dritter Stelle. Beim Judotraining gehe es in erster Linie darum, das richtige Fallen zu üben. Eine Technik, die ihm einmal möglicherweise das Leben rettete, zumindest vor schweren Verletzungen bewahrte, als er beim Überqueren einer Straße von einem Auto erfasst und zu Boden geschleudert wurde. An zweiter Stelle des Trainings, so Bodendieck, stehe „Randori“, der freie Übungskampf, der sich aus Katas, genau fest gelegten Wurf- und Fallübungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, zusammensetzt. Die Mattenfüchse waren 1984 der erste Verein, der zu einem Verein in der späteren Partnerstadt Langeais Kontakte knüpfte. 15 Jahre lang trafen sich Sportler der Mattenfüchse mit den Judokas des Sporting Club Langeais jährlich zu sportlichen Wettkämpfen. „Keiner von uns sprach die Sprache des anderen, wir verständigten uns über den Sport“, erinnert sich Bodendieck. Zum Glück, so der Judotrainer habe sich immer ein französisch sprechender Reisebegleiter aus Eppstein gefunden. Mit einem Wechsel im Vorstand des SC Langeais sei der Kontakt dann nach 15 Jahren abgebrochen, bedauert Bodendieck.

Trainiert wird von Anfang an in der Dattenbachhalle in Ehlhalten. Seit dem Anbau eines Geräteraums für die schweren Judomatten sei sie „ein idealer Trainingsraum“, findet Bodendieck: mit federndem Schwingboden und den bodentiefen Fenstern mit Blick ins Grüne. Derzeit wird die Halle jedoch renoviert und deshalb im Bürgerhaus in Alt-Eppstein trainiert.

Allerdings ohne Bodendieck. Der langjährige Vorsitzende hat im Frühjahr sein Amt aus persönlichen Gründen abgegeben und inzwischen auch sein Amt als Jugendtrainer aufgegeben. Der neue Trainingsstil unter seinem Nachfolger Steffen Heinzmann liege ihm nicht, sagt der 75-Jährige. „Judo ist ein Kampfsport. Um erfolgreich zu trainieren, müssen auch junge Sportler Disziplin lernen und Leistung zeigen“, sagt der erfahrene Jugendcoach. Den Sport selbst will er weiter betreiben. Bodendieck: „Es gibt Judokas, die sind noch älter als ich!“

Der Ehrenbrief des Landes und die goldene Nadel des Judoverbandes bedeuten ihm viel. Bodendieck versteht sie als Anerkennung seiner Lebensleistung. bpa

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