Home | Politik und Wirtschaft

Zukunft des Taunus-Camps bleibt weiterhin ungewiss

Die Camping-Saison hat längst begonnen, trotzdem sind viele Plätze im Taunus-Camp unbesetzt und stehen die Wohnwagen leer. Foto: bpa

Die Zukunft des Campingplatzes Taunus- Camp in Niederjosbach ist noch immer ungewiss. Das erste Bieterverfahren ist laut Besitzer Jörg Steimer ergebnislos beendet worden. Jetzt hofft er mit neuen Maklern auf ein faires Angebot.

Dem Vernehmen nach ist ein Investitionsstau von etwa einer halben Million Euro auf dem rund 6,5 Hektar großen terrassierten Campingplatzareal mit 200 Wohnwagenstellplätzen aufgelaufen. Allein das Inventar und der Fuhrpark seien von Gutachtern auf rund 600 000 Euro geschätzt worden. Das Grundstück selbst an Niederjosbachs Südhang ist als Campingplatzgelände ausgewiesen und gilt als Sonderimmobilie. Laut Internetseite Taunuscamp.de stehen die Plätze und der Camping-Service weiterhin zur Verfügung.

Von seiner Lage mitten im Grünen mit einer guten Autobahnanbindung scheint der Platz ideal für Durchreisende und Kurzurlauber. Aber auch Dauercamper fühlten sich bei Steimer viele Jahre lang wohl. Seit 1995 führte er den Campingplatz, den seine Eltern 1970 gründeten. Steimer stellte seinen Platz viele Jahre lang für das Latwerjefest des Obst- und Gartenbauvereins zur Verfügung, oder für das jährliche „Scheeserennen“ der Einachser, dann für die ersten Apfelweinverkostungen, warb als Vorsitzender des Eppstein Touristik Services um Kurzurlauber, die von Eppstein aus das Rhein-Main-Gebiet entdecken sollten, vermietete E-Bikes und machte sich als Vorsitzender des Verbands der Campingplatzunternehmer in Hessen fürs Ökocamping stark, ebenso fürs „Glamping“ in komfortabler Hütte.

Schlagzeilen machte das Camp durch Traveller-Clans, die in den Sommermonaten durch Europa touren und regelmäßig im August auf dem Campingplatz in Niederjosbach übernachten. Das habe dem Image des Platzes nicht gut getan, räumte Steimer ein. Zudem habe er sich bei den Einnahmen verkalkuliert und nicht ausreichend Rücklagen gebildet in der Zeit, als der Main-Taunus-Kreis das Taunus-Camp als Notunterkunft für Flüchtlinge angemietet hatte. Als der Kreis feste Unterkünfte für sie gefunden hatte, blieben mit ihnen auch die Einnahmen aus. „Die Ausgaben und Forderungen sanken aber nicht im gleichen Maße“, sagte Steimer und weist auf die laufenden Kosten für das riesige Gelände hin.

Die kaufmännischen Versäumnisse zusammen mit dem Image-Verlust habe die Abwärtsspirale ins Rollen gebracht, sagte Steimer im Gespräch mit der Eppsteiner Zeitung. Hinzukommen gesundheitliche Probleme, die unter dem enormen Druck der vergangenen Jahre gewachsen sind. Eigentlich hatte er den Plan, sich mit 62 Jahren zur Ruhe zu setzen, sagt der 59-Jährige. Diesen Plan musste er aufgeben. Auf der Strecke blieb seine Gesundheit; den Lebenstraum, den Campingplatz für die Familie zu erhalten, muss er möglicherweise aufgeben. bpa

Weitere Artikelbilder:

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Bürgerinitiative kritisiert den neuen Windvorrang …
2 Wochen 15 Stunden
Kein Glasfasernetz für Alt-Eppstein und Bremthal- …
7 Wochen 4 Tage
Kein Glasfasernetz für Alt-Eppstein und Bremthal- …
7 Wochen 5 Tage
Kein Glasfasernetz für Alt-Eppstein und Bremthal- …
7 Wochen 6 Tage
Kein Glasfasernetz für Alt-Eppstein und Bremthal- …
8 Wochen 11 Stunden
X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert