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Holzverkauf wird neu organisiert

Fichten- und Buchenholz unterhalb des Spitzebergs zwischen Ehlhalten und Schloßborn. Foto: J. Palmert

Bisher wurde der Eppsteiner Stadtwald komplett vom Landesbetrieb Hessen-Forst bewirtschaftet: Das heißt von der Waldpflege und dem Fällen der Bäume bis zur Vermarktung waren Revierförster Peter Lepke und seine Kollegen aus den zuständigen Abteilungen bei Hessen-Forst verantwortlich und legten der Stadt für jedes Jahr einen Forstwirtschaftsplan vor und eine Abschlussrechnung mit Ausgaben und den Einnahmen aus dem Holzverkauf.

Das Bundeskartellamt stellt die Holzvermarktung in Hessen durch Hessen-Forst in Frage.

Die Stadt Eppstein will sich deshalb an der neuen Holzagentur-Taunus GmbH beteiligen. Sie soll zum 1. März gegründet werden. Der Vertrag liegt dem Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 12. Februar, vor. Als Startkapital bringt jede Kommune 1500 Euro ein. Das Land bietet eine dreijährige Anschubfinanzierung an und übernimmt einen Teil der Kosten für die Gründung der Gesellschaft.

Eppstein ist eine von 22 Städten und Gemeinden, die sich der neuen Gesellschaft anschließen wollen. Die Stadt bringt eine Bewirtschaftungsfläche von 530 Hektar (ha) ein mit einer durchschnittlichen Einschlagsmenge von 3500 Festmetern. Die gesamte kommunale Waldfläche der 22 Mitglieder beträgt über 21 700 ha mit einem Gesamtertrag von über 121 400 Festmeter pro Jahr.

„Uns war es wichtig, dass die Main-Taunus-Kommunen mit Waldbesitz zusammenbleiben. Das ist uns gelungen“, sagte Bürgermeister Alexander Simon: Neben Eppstein sind aus dem Main-Taunus-Kreis fünf weitere Kommunen mit nennenswerten Waldflächen dabei: Hofheim (1414 ha), Kelkheim (650), Bad Soden (230), Sulzbach (158) und Eschborn (121). Elf Kommunen aus dem Hochtaunuskreis gehören der neuen Holzagentur ebenfalls an, darunter Bad Homburg und die Nachbargemeinde Glashütten, außerdem sind vier Kommunen aus dem Wetterau-Kreis im neuen Verbund und die Gemeinde Weinbach aus dem Kreis Limburg-Weilburg. Die neue Gesellschaft ist für weitere Mitglieder offen. Einige Taunus-Kommunen haben sich noch nicht entschieden, heißt es in dem Business-Plan.

Die Gesellschaft will als Sitz das alte Forsthaus in Weilrod anmieten, da die Gemeinde relativ zentral im Gebiet der neuen Gesellschaft liegt. Zwei Förster, einer davon in Vollzeit wird mit der Geschäftsführung beauftragt, übernehmen gemeinsam die Holzvermarktung, insbesondere den Verkauf des Rohholzes und stimmen sich dabei mit den zuständigen Forstämtern ab.

In Eppstein bleiben Revierförster Peter Lepke und Hessen-Forst für die Bewirtschaftung und Pflege des städtischen Waldes zuständig. Holzeinschlag und Brennholzverkauf werden vorerst weiterhin von den Revierförstern organisiert. Lepke geht davon aus, „dass es anfangs etwas holpert“, bis sich der Verkauf über die neue Gesellschaft eingespielt hat. Auf jeden Fall sei es gut, so Lepke, „dass sich die Taunus-Kommunen zusammengeschlossen haben.“ Das sei auch für die Kunden wichtig, die bisher einen Anbieter für sämtliche Holzarten aus fast ganz Hessen gewohnt waren.

Hessen ist eines der waldreichsten Bundesländer. Die größten Waldflächen, etwa 40 Prozent, gehören dem Land, weitere 35 Prozent befinden sich im Eigentum der Kommunen, ein Viertel ist Privatwald. Die wirtschaftlich bedeutendsten Baumarten sind Buche und Fichte.

Obwohl es dazu keine abschließende Entscheidung des Bundesgerichtshofs gibt, hat das Land Hessen im vorigen Jahr Kommunen und Gebietskörperschaften mit mehr als 100 Hektar (ha) Waldfläche aufgefordert, ihren Holzverkauf zum 1. Januar 2019 selbst zu organisieren.bpa

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