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Bürgermeisterwahl: Fraktionen diskutieren noch über Kandidaten

2019 entscheiden die Wähler, wer als Bürgermeister ins Rathaus einzieht. Foto: bpa

Noch vor der Landtagswahl gibt es in Eppstein Überlegungen zu den beiden Wahlen in Eppstein im nächsten Jahr. Fest steht der Termin für die Wahl des Europaparlaments am 26. Mai und das Zeitfenster zwischen dem 19. Mai und dem 11. August für die Bürgermeisterwahl.

Am 14. November 2019 endet die erste Amtszeit von Bürgermeister Alexander Simon. Frühenstens sechs, spätestens drei Monate davor muss der Wahltermin liegen, inklusive möglicher Stichwahlen.

Simon (CDU) will sich für eine weitere Amtszeit bewerben. Er habe von Anfang an deutlich gemacht, dass er „nicht auf der Durchreise“ sei, sagt der 37-Jährige, der in Bremthal aufgewachsen ist, im Gespräch mit der Eppsteiner Zeitung. Das Leben sei schnelllebiger geworden, die Menschen erwarteten oft sofort eine Entscheidung, das sei nicht immer möglich. Die Arbeit im Rathaus mache ihm trotz des Drucks viel Spaß, auch habe er noch viele Ideen, um Eppstein weiter zu entwickeln.

Bei den in der Stadtverordnetenfraktionen vertretenen Parteien ist die Entscheidung über mögliche Kandidaten noch nicht gefallen. Die FDP scheint von den Oppositionsfraktionen bislang am weitesten mit ihren Überlegungen gelangt zu sein. Laut Fraktionschef Marcel Wölfle seien Fraktion und Parteivorstand noch mitten in einer „offenen Diskussion“, es sei aber „sehr gut möglich, dass wir einen eigenen Kandidaten aufstellen“. Die FDP sei zwar eine kleine Partei, sie sei aber in der Lage, viele, für Eppstein wichtige Themen zu besetzen, sagt Wölfle.

Die mögliche Zusammenlegung der Bürgermeisterwahl mit der Europawahl am 26. Mai 2019 sei aus seiner Sicht kein Problem. Allerdings käme für die FDP wegen der kurzen Vorbereitungszeit kein externer Kandidat in Frage. „Wenn wir einen Bürgermeister-Kandidaten aufstellen, dann wird es ein Eppsteiner sein, der sich mit den Eppsteiner Themen auskennt und sich nicht völlig neu einarbeiten muss“, betont Wölfle. Er ist zuversichtlich, dass die Entscheidung über einen möglichen Kandidaten noch vor der Landtagswahl fällt.

Der CDU-Partei- und Fraktionschef Christian Heinz freut sich, „dass Alexander Simon weitermachen will“ und will ihn als Kandidaten im Parteivorstand und dann in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vorschlagen. „Er hat gute Arbeit gemacht und genießt hohe Akzeptanz in der Stadt“, sagt Heinz. Die Zusammenlegung der beiden Wahlen ist aus seiner Sicht nur von Vorteil.

Das sieht der Kooperationspartner Bündnis 90/ Die Grünen anders: „Es gibt auch gute Argumente für einen späteren Bürgermeisterwahl-Termin“, sagt Grünen-Sprecherin Gabriele Menzendorf. In Fraktion und Partei gebe es zwar Überlegungen, aber noch keine spruchreifen Entscheidungen über die Kandidatur eines grünen Kandidaten oder einer grünen Kandidatin. Das letzte Wort habe ohnehin die Mitgliederversammlung – und die habe schon manche Überraschung geboten, sagt Menzendorf.

Für kleine Fraktionen sei jeder Wahlkampf ein enormer Kraftaufwand, eine Bürgermeisterwahl noch dazu auf eine einzige Person fixiert. Menzendorf betont: „Dazu braucht man Kandidaten, die das Amt wirklich gewinnen wollen und nicht nur auf dem Papier Wahlkampf machen.“

SPD-Fraktionssprecherin Marion Kütemeyer begrüßt den Vorschlag, Europawahl und Bürgermeisterwahl zusammenzulegen. Das spare Kosten. Die Kandidatenfrage werde in der SPD intensiv diskutiert. Eine Entscheidung über eine Bürgermeisterkandidatur wollen die Sozialdemokraten jedoch erst nach der Landtagswahl treffen, die zurzeit alle anderen Themen überschatte. Wegen der kurzen Wahlvorbereitungszeit schließt Kütemeyer diesmal einen externen Kandidaten aus. Vor fünf Jahren war das anders. Damals präsentierte die Eppsteiner SPD die Kelkheimer Kreistagsabgeordnete Julia Ostrowicki in einem intensiven Wahlkampf und erreichte mit ihr respektable 32 Prozent am Wahlabend. Alexander Simon schlitterte mit gut 51 Prozent knapp an einer Stichwahl vorbei.

Die Zusammenlegung der Wahltermine sei aus praktischen Gründen zu begrüßen, argumentierte auch FWG-Sprecher Bernd Fuchs. Er wünscht sich einen kurzen, knackigen Bürgermeisterwahlkampf. „Jetzt steht erst einmal die Landtagswahl an, dann die Haushaltsdebatte im Stadtparlament und dann erst die Bürgermeisterwahl. Er hofft trotzdem, dass die FWG spätestens im Dezember nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einen Kandidaten präsentiert.

Die Qualifikation wäre dabei wichtiger als die Parteizugehörigkeit. Die Suche sei außerdem nicht auf Eppstein beschränkt: „Für uns zählen Menschlichkeit, soziales Engagement und solide Finanzkenntnisse“, sagt Fuchs. Die größte Schwierigkeit sieht er darin, geeignete Personen von einer Kandidatur für das Amt der Rathauschefs im hoch verschuldeten Eppstein zu überzeugen. Ideal wäre es aus seiner Sicht, „wenn wir sie oder ihn schon auf dem Weihnachtsmarkt vorstellen könnten.“bpa

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