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Klavierfest auf höchstem Niveau ist in Eppstein angekommen

Ein durchweg positives Fazit zog Pfarrerin Heike Schuffenhauer am Tag nach dem letzten Konzert des achten Klavierfestivals in der Talkirche. Alle acht Konzerte waren gut bis hervorragend besucht, das Publikum von den Künstlern und dem Programm begeistert.

„Das Klavierfest ist in Eppstein angekommen“, lautete Schuffenhauers Fazit. Schon in den vergangenen Jahren zogen die Künstler und das ungewöhnliche Programm Besucher aus der ganzen Region an. Inzwischen hat es sich als feste kulturelle Größe etabliert.

Die dichte Konzentration von acht Konzerten in zwei Wochen habe sich bewährt, zumal jedes Konzert Musik der Spitzenklasse biete, sagte Schuffenhauer: Die hervorragenden Instrumente, die einmalige Akustik der Talkirche, und die Nähe zwischen Musikern und Publikum begeistere die Künstler und sporne sie zu Höchstleistungen an. Ein Besucherpaar kommentierte: „Das ist Musik auf allerhöchstem Niveau“, ein anderer Zuhörer meinte: „Ein Konzert besser als das andere.“

Schuffenhauer schätzt, dass bisher rund 1200 bis 1300 Besucher zu den acht Konzerten gekommen sind. Eine abschließende Bilanz zieht sie erst nach dem Abschlusskonzert am 19. Oktober in der Stadthalle Kronberg.

Am Sonntag kamen allein rund 250 Besucher, um das Klavierduo Tyshayeva und Manz zu erleben. Trotz der Hitze, die selbst den sonst so kühlen Kirchenraum erwärmte, hielten sie auf den dicht besetzten Bankreihen und stehend im Gang bis zur Schlussnote aus.

Tyshayeva, die am Sonntag mit ihrem ehemaligen Klavierlehrer spielte, nutzte die Gelegenheit und widmete das Konzert ihrer erst kürzlich verstorbenen anderen ehemaligen Klavierlehrerin, Irina Edelstein, die auch schon mehrfach bei früheren Klavierfesten in Eppstein auftrat. Ihr zu Ehren spielte Tyshayeva als Zugabe drei wunderschöne Stücke von Bach, Irina Edelsteins Lieblingskomponisten.

Manz und Tyshayeva hatten die Klavierkonzerte 2 c-Moll und 3 d-Moll von Rachmaninov zur Erinnerung an dessen 75. Todestag ausgewählt. Professor Manz führte die Zuhörer in die Besonderheit von Rachmaninovs Kompositionen ein und wies auf ihre Klangfülle hin und die virtuosen Notensätze – er habe die Noten einmal gezählt, verriet der Pianist, sei aber entgegen seiner Schätzung nur auf 30 000 Noten gekommen, erwartet habe er eine halbe Million. Eigentlich seien die Stücke für Klavier und Orchester geschrieben. Die Aufführung mit zwei Pianos sei aber durchaus üblich, vor allem bei Hochschulaufführungen, sagte Manz. Die beiden Musiker bewiesen dann, dass der zweite Flügel ohne Abstriche das Orchester abbilden konnte.

Manz lobte darüber hinaus, Tyshayevas Initiative, das Klavierfest zu organisieren. Das sei eine enorme Leistung, denn zu einem gelungenen Konzert gehöre weitaus mehr als gute Musiker zu engagieren. So integrierte Tyshayeva ihre beiden jungen Meisterschüler Emilio Niebler und Richard Tschrepp ins Programm des Abschlusskonzerts. Die beiden überzeugten mit der Auswahl ihrer Stücke, ihrem intensiven Spiel und ihrer Ausdruckskraft.

Auch die Spendeneinnahmen sind laut Schuffenhauer zufriedenstellend. Nach acht Jahren stehe das Klavierfest nun auf eigenen Füßen und komme notfalls auch ohne Sponsoren aus. Das Prinzip, jeder zahlt so viel er vermag, gehe auf – insbesondere weil es sehr großzügige private Musikliebhaber gebe. bpa

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