Home | Gesellschaftsleben

Theater der Taunusliebe – Mit Bauernschläue gegen Stress

Das Funkloch zwingt zu artistischen Übungen. Jakob, Knecht auf dem Bauernhof, telefoniert mit Japan, um den Geschäftsbesuch des Managers Bernhard Wollenstein abzusagen, und ist irritiert: „Moshi, moshi“ tönt es am anderen Ende. Foto: Helga Mischker

„Nicht nur Singen, sondern auch Lachen tut gut“ könnte das Motto des Gesangvereins Taunusliebe 1921 Niederjosbach am ersten Adventswochenende gewesen sein. Die Theatergruppe bot mit dem Stück „Von Erholung keine Spur“ von Andreas Keßner im Bürgersaal in Niederjosbach gute Unterhaltung.

Zahlreiche Vereinsmitglieder und Gäste verfolgten bei den Aufführungen am Samstagabend und Sonntagnachmittag gespannt, wie der reiche, unter Stress stehende Manager Bernhard Wollenstein – gespielt von Sven Kilb – den „Aus-Knopf“ fand und sich zur Erholung bekehren ließ: ein etwas übler Streich und Schmetterlinge im Bauch halfen dabei etwas nach.

Die pointenreiche Geschichte spielt auf einem abgelegenen Bauernhof. Dort will der Manager auf ärztlichen Rat mit seiner von Marion Pfeiffer gespielten Ehefrau Clarissa Urlaub machen. Gegen einen stolzen Preis hat ihnen die schlitzohrige Bäuerin Hanna Striegelmayer (Beate Mühl) ein Zimmer vermietet, um einige dringende Investitionen auf dem Hof tätigen zu können. Deshalb hat sie ein besonderes Interesse daran, dass der Manager zur Ruhe kommt und nicht etwa gleich wieder abreist, um ein Millionengeschäft mit den Japanern zu tätigen. Doch statt zehn Tage zu bleiben, will der Manager nach der Ankunft wieder fahren, um den Geschäftspartner Yamamoto in Tokio zu treffen. Um Bernhard zum Bleiben zu bewegen, greift Hanna, deren Pragmatismus der Rolle entsprechend öfters ins Herzlose abgleitet, mit Knecht Jakob (Dietmar Merkel) und der Tochter Jacqueline (Natalie Ernst) erfolgreich in die Trickkiste. Sie verleitet den Knecht dazu, das Luxusgefährt des Managers fahruntüchtig zu machen und die Tochter, im „heißen“ Minikleid ihre weiblichen Reize spielen zu lassen, um den Geschäftsmann einzufangen. Ein Hubschrauber zum Flughafen ist schon geordert, aber dann hilft der Zufall nach: Wollenstein greift beim romantischen Spaziergang mit Jacqueline versehentlich in den defekten Elektrozaun, was vermeintlich zu einem Gedächtnisverlust führt. Der Termin in Japan wird abgesagt – und zwar von dem drolligen Knecht, der sein komisches Talent zeigt und anscheinend nicht in Erwägung zieht, dass das japanische Wort „Moshi“ nicht etwas Unanständiges bedeutet, sondern auf Deutsch „Hallo“ heißt.

Der zweite Akt gewährte einen Blick hinter die Fassaden: Der Gedächtnisverlust nur vorgetäuscht, das Japangeschäft angesichts der Schmetterlinge im Bauch gar nicht so wichtig. Und der Knecht, der sich „treudoof“ gibt, entpuppt sich als pfiffiges Kerlchen. Um ungestört mit Jacqueline turteln zu können, bringt Bernhard Jakob dazu, sich seiner Frau anzunehmen. Clarissa belauscht den „Deal“ der beiden und treibt es auf die Spitze: Anscheinend liebestoll stürzt sie sich erst auf Jakob später auf den Bauern, den von Heinz Seebold gespielten Alfons Striegelmayer. Am Ende sind sich alle Mimen einig: „Schuld sind immer die Japaner“.

Die Komödie, in der die Darsteller überzeugend Gegensätze wie beispielsweise fein und simpel und Verwechslungen in Szene setzten, erntete viele Lacher. Regie führte Pressereferent Gerhard Naschold, Souffleur war Hermann Ernst, und Timo Litzius kümmerte sich um Licht und Ton.

Das Publikum saß an adventlich schön gedeckten Tischen und wurde von den Vereinsmitgliedern mit Kuchen und Würstchen bewirtet. Am Samstagabend waren nur vier von acht Vereinsmitgliedern anwesend, die vor der Theateraufführung für ihre langjährigen Mitgliedschaften im Verein geehrt wurden: Burkhard Lehr für 25 Jahre, Bernd Bank und Herbert Kilb für jeweils 50 Jahre. Ursula Enkirch wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Interessenten sind eingeladen, an den Proben des gemischten Chores immer dienstags zwischen 18.30 und 20 Uhr im Bürgersaal in Niederjosbach teilzunehmen. Derzeit läuft das Chorprojekt „Melodien, die man gerne hört“. Gegen einen Kostenbeitrag von 15 Euro ist die Teilnahme am Projekt ohne Mitgliedschaft möglich.mi

Weitere Artikelbilder:

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Glasfaser-Jackpot für Eppstein
3 Tage 11 Stunden
Glasfaser-Jackpot für Eppstein
3 Tage 14 Stunden
Glasfaser-Jackpot für Eppstein
4 Tage 11 Stunden
Glasfaser-Jackpot für Eppstein
5 Tage 5 Stunden
Glasfaser-Jackpot für Eppstein
1 Woche 3 Tage
X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert