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Seit 33 Jahren sind sie ihrem Grundsatz treu: „Wir wollen Spaß“

Annelore Kilb, Marlene Hefter, Claudia Brochner, Inge Strasser, Astrid Reinhardt, Ulrike Schlink und Marion Prag gehören den Hexen seit Gründung der Gruppe an. Foto: Beate Palmert-Adorff

Zum 33-jährigen Bestehen ihres Vereins zog es die Vockenhäuser Hexen auf die Straße: Die Straßenfastnacht ist ihr Vereinszweck, deshalb feierten sie auch ihr närrisches Jubiläum mit einem Straßenfest in der Weingasse.

Statt Hexenhut und Flickenrock trugen sie am Samstag türkisgrüne Polohemden und waren am Vereinsemblem erkennbar. Als „Oberhexe“ steht Waltraud Horn seit 23 Jahren an der Spitze des Vereins.

Beim Fest am Samstag waren auch viele Frauen da, die von Anfang an zur Hexengruppe gehören: Die meisten sind Feuerwehrfrauen, die sich zunächst trafen, wenn die Männer zu den Übungsabenden gingen. 1981 beschlossen sie, eine Fastnachtsgruppe zu gründen. 1982 zogen sie zum ersten Mal an der Weiberfastnacht durch Vockenhausens Straßen, die Tanzgruppe hatte Premiere beim Maskenball in der TSV-Halle.

Seitdem gehören die Hexen mit ihrem Bollerwagen und den erbeuteten Krawatten als Trophäen am Donnerstag vor Fastnacht zum Straßenbild in Vockenhausen. Sie sammeln Eier und Speck – und natürlich Schlipse. Früher buken sie die Eier im Gasthaus zum Taunus, später feierten sie die Weiberfastnacht, mit Unterstützung der Feuerwehr, mit einem Ball im Blauen Saal. Seit vier Jahren gibt es diesen Ball nicht mehr. In den vergangenen Jahren feierten die Hexen im kleinen Kreis im Vereinsraum der Vockenhäuser Feuerwehr. Die Tanzgruppe der Hexen tritt bei der Seniorenfastnacht auf und zieht als Vockenhäuser Botschafter beim Fastnachtszug des GCC durch Niederjosbach.

1985 gründeten die Hexen ganz offiziell einen Verein, erinnerten sich Inge Strasser und Hannelore Kilb, die zu den Gründerinnen gehören. Das Motto der Frauen laute seit je her: „Spaß haben!“, sagt Waltraud Horn lachend. Die erste Vorsitzende bekräftigt: „Wir wollen einfach nur lustig sein und das gelingt uns auch!“ Einmal im Monat treffen sich die Frauen entweder zu einem Kinoabend oder, um etwas essen zu gehen. Einmal im Jahr fahren sie für ein Wochenende weg. In diesem Sommer steht Osnabrück auf dem Programm, weil das jüngste Mitglied, die 30-jährige Kirsten Wittich, inzwischen dort zu Hause ist.

50 Mitglieder hat der Verein, „natürlich nur Frauen“, betont Horn, etwa die Hälfte von ihnen sei aktiv. Auch die beiden ältesten, Meta Löw und Christel Seidel, sind trotz ihrer 92 Jahre noch dabei.

Am Samstag traten außer der Hexentanzgruppe die Gardemädchen des TSV Vockenhausen auf. Im Hof der Familie Rücker gab es „Hexentopf“, Kaffee und Kuchen. Am Nachmittag kamen die Barkeeper mit den Drinks aus der Cocktailbar kaum nach. Dort gab es alkoholfreien Feenkuss oder Krötenzauber, aber auch roten Hugo und Hexencaipi, die es in sich hatten.

„Ein rundum gelungenes Fest“, freute sich Horn am Abend. Etwas früher als geplant, schon gegen 21 Uhr, baute der Alleinunterhalter seine Anlage ab: Am Himmel zeigten sich dunkle Wolken. „Da haben wir lieber alles zusammengepackt“, sagte Horn, „und hatten gerade alles unterm Dach verstaut, als der Regen kam.“ bpa

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