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Mario Mezga: Das „Gesamtpaket Feuerwehr“ hat’s ihm angetan

Mario Mezga an seinem neuen Arbeitsplatz im Rathaus II.

Foto: Beate Palmert-Adorff

Schon als kleiner Junge war Mario Mezga von der Feuerwehr fasziniert, sein Onkel Klaus Moldenhauer hatte ihn ins Gerätehaus mitgenommen.

Deshalb zögerte Mezga nicht lange, als er sich als Zwölfjähriger beim Eintritt in die Bremthaler Jugendwehr zwischen der Gruppenstunde der Feuerwehr und dem Fußballtraining bei der SG Bremthal entscheiden musste. Die Wahl fiel auf die Feuerwehr – „Ob es an den roten Autos lag, der faszinierenden Technik oder weil mir der Umgang mit den Feuerwehrleuten gefiel“, wisse er nicht mehr, sagt Mezga, „das Gesamtpaket hat mir einfach zugesagt“. Das Bedürfnis, zu helfen, räumt er ein, sei erst später hinzugekommen.

Die Faszination ist jedenfalls geblieben, sagt der 46-Jährige: Mit 17 trat er in die Einsatzabteilung der Feuerwehr Bremthal ein, mit 18 wurde er Gerätewart und blieb es 18 Jahre lang, bis er 2008 zum Wehrführer gewählt wurde. Seit 2012 war er zweiter stellvertretender Stadtbrandinspektor und wurde 2014 Nachfolger des langjährigen Stadtbrandinspektors Hans Menke.

Jetzt hat Mezga sein Hobby zum Beruf gemacht: Seit Januar ist er fest bei der Stadt angestellt als Sachbearbeiter in der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz und ist nach Gerätewart Sven Steinmetz der zweite hauptamtliche Feuerwehrmann bei der Stadt. Beide sind direkt dem Bürgermeister als Brandschutzdezernent unterstellt.

Steinmetz und Mezga sind Feuerwehrmänner aus Überzeugung, mit Mezga gibt es jetzt auch einen hauptamtlichen Vertreter für den Gerätewart. Mezgas eigentliche Aufgabe bei der Stadt ist es dafür zu sorgen, dass die Ausrüstung beschafft wird, ganz egal ob Wasserschlauch, Haltegurt oder ein komplettes Feuerwehrfahrzeug – sämtliche Anträge für Neubeschaffung gehen über seinen Tisch. Diese Aufgabe war vorher beim Ordnungsamt angesiedelt. Mezgas Vorgänger war zur Hälfte für die Feuerwehr zuständig und zur Hälfte als Ordnungshüter fürs Ordnungsamt tätig. Er wechselte komplett ins Ordnungsamt, die halbe Stelle für die Feuerwehr wurde aufgestockt zu einer ganzen Stelle. Mezga, eigentlich gelernter KFZ-Mechaniker, der zuletzt als Disponent für Betonpumpen arbeitete, bewarb sich um die hauptamtliche Stelle. Aus seiner Sicht eine konsequente Entscheidung: Als Stadtbrandinspektor arbeitete er sowieso schon eng mit seinem Vorgänger zusammen. Viele Dinge aus dem Ehrenamt, so Mezga, überschneiden sich mit den Arbeitsabläufen im neuen hauptamtlichen Job. Nächstes Jahr steht die turnusmäßige Wahl des Stadtbrandinspektor an. Da will er sich zur Wiederwahl stellen.

Der Zusammenhalt bei der Feuerwehr ist für ihn wichtige Motivation auch im Fulltime-Job. „Die Feuerwehr ist ein wunderbares Hobby – solange bis der Melder angeht, dann muss man als Profi handeln“, sagt Mezga, im Ernstfall müsse jeder wissen, wo sein Platz ist, und jeder sich auf den anderen blind verlassen können. Die Verantwortung sei ihm noch bewusster geworden, als Tochter Lena (20) der Einsatzabteilung beitrat. Sie hat inzwischen ihren Atemschutz- und den Gefahrgutlehrgang absolviert. Sohn Jan (22) entschied sich für den Fußball und spielt beim TuS Niederjosbach.

Die Aufteilung mit fünf Stadtteilwehren und ihren Spezialgebieten, die zusammen die Feuerwehr der Gesamtstadt bilden ist aus seiner Sicht ideal: „So bleibt der Zusammenhalt in den Feuerwehrvereinen erhalten, die Kinder können in jedem Stadtteil zu Fuß zur Gruppenstunde kommen, im Ernstfall sind wir schnell am Einsatzort“, zählt er die Vorteile der dezentralen Standorte auf.

Nachteilig ist, dass damit auch fünf Standorte unterhalten werden müssen. Gerade im Bau ist das neue Feuerwehrhaus in Vockenhausen, das Gerätehaus in Eppstein ist rund zehn Jahre alt, das Bremthaler 20 – das wisse er genau, sagt Mezga, der mit seiner Familie in der Wohnung im Obergeschoss des Feuerwehrhauses wohnt: „Denn meine Tochter kam genau am Tag nach unserem Einzug zur Welt“. Das Niederjosbacher Gerätehaus wurde vor acht Jahren erweitert und renoviert. Mit 30 Jahren sei das Ehlhaltener Gerätehaus das älteste Gebäude. Er geht deshalb davon aus, dass dort die nächste umfassende Renovierung ansteht.

Das wichtigste Thema in den kommenden Jahren werde die Mitgliederwerbung sein. Mit 70 Kindern in der Kinderwehr und 90 Mitgliedern in der Jugendwehr „müssen wir uns noch keine Nachwuchssorgen machen“, sagt Mezga, es kämen auch immer wieder Quereinsteiger zur Wehr. „Trotzdem müssen wir uns intensiv darum kümmern, dass auch während der Berufszeit, ausreichend Einsatzkräfte in Eppstein zur Verfügung stehen“. bpa

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