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Erich Sehr und Bernd Weil für Sport und Spiel geehrt

Bernd Weil beim Neujahrsempfang. Foto: EZ

Beim Neujahrsempfang ehrte Bürgermeister Alexander Simon Erich Sehr und Bernd Weil für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement. Bernd Weil leitet seit 24 Jahren die TSG Ehlhalten, Erich Sehr managte 35 Jahre lang die Volleyball-Abteilung des TuS Niederjosbach.

„Gusbach go“

lautet der Schlachtruf der erfolgreichen Volleyballer des TuS Niederjosbach unter den Fittichen von Erich Sehr. Der 74-jährige spielt immer noch leidenschaftlich gern Volleyball und trainiert den Nachwuchs des Vereins. Geboren und aufgewachsen in Hadamar studierte er in Frankfurt Lehramt für Englisch, Mathematik und Sport. Dabei lernte er seine Frau Irene kennen, zu dieser Zeit Studentin der Psychologie und Soziologie und ebenfalls Volleyballerin. Nach seinem Referendariat in Waldeck trat er 1968 seine erste Stelle als Lehrer an der Käthe-Kollwitz Schule in Frankfurt-Zeilsheim an. Nach zehn Jahren wechselte er an die heutige Michael-Ende-Schule und wurde zum Schulleiter befördert. Von 1988 bis 1990 war er Ausbildungsleiter, damals noch beim Regierungspräsidium in Darmstadt. Danach kehrte er an die Kollwitz-Schule zurück. Als die Schule 2006 aufgelöst wurde, entschied sich Sehr mit 63 Jahren für den vorzeitigen Ruhestand.

Die Familie ist seit 1978 in Niederjosbach zu Hause, die beiden Söhne sind hier aufgewachsen und spielen, wie die ganze Familie, ebenfalls Volleyball. 1983 gründete Sehr die Volleyball-Abteilung des TuS Niederjosbach und war bis zum vergangenen Jahr Abteilungsleiter. „Volleyball war vor 1972 in Deutschland wenig bekannt und erlebte erst durch das Turnier bei der Olympiade in München einen Boom“, berichtet Sehr. Mit der Aufnahme des Vereins in den Volleyballverband im Jahr 1984 bekam Volleyball mehr Bedeutung beim TuS. Als Trainer bildete Sehr seitdem rund 1500 Spielerinnen und Spieler aus, darunter drei, die später in die Bundesliga wechselten. In den besten Zeiten leitete er neben seiner Tätigkeit als Rektor acht Trainingsstunden pro Woche und betreute die Teams bei Wettkämpfen. Viele sportliche Erfolge wurden erzielt, ein Titel als Hessenmeister war die Krönung. Dreimal nahm die Damenmannschaft den Hessenpokal mit nach Hause – 1994, 1995 und 2004 – „ein Traum“, erinnert sich Sehr. Bis heute trainiert er die Mädchen-Teams im Alter unter 14 Jahren. Die weibliche U14 arbeitet auf die Teilnahme an der Hessenmeisterschaft hin. Bei den Jungen fehlt es in Eppstein derzeit schlicht an Nachwuchs. Für sein Engagement wurde Sehr auf dem Neujahrsempfang nicht nur von der Stadt geehrt, sondern zu seiner Überraschung auch von Thomas Petigk, dem Präsidenten des Hessischen Volleyballverbands (HVV). Petigk lobte Sehr: „Wir brauchen solche Volleyballverrückten, besonders an der Basis“, und überreichte ihm die Ehrennadel in Gold.

In Eppstein gelang es trotz vieler Bemühungen nicht, einen Beachvolleyballplatz anzulegen, dennoch hat Sehr einen Platz, um mit Gleichgesinnten Beachvolleyball zu spielen: jedes Jahr am Ostseestrand auf Zingst. Ansonsten nimmt Sehr freitags am Spiel des Freizeit-Mixed-Teams in der Sporthalle der Freiherr-vom-Stein Schule teil.

Bernd Weil, Vorsitzender der TSG Ehlhalten, wurde 2014 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen für sein Engagement ausgezeichnet. Dem Verein gehört der 58-Jährige seit seiner Gründung 1976 an. 1960 in Idstein geboren kam Weil im Alter von zwei Jahren nach Ehlhalten. Nach der Schule absolvierte er 1974 eine Schlosserlehre bei der Höchst AG, wechselte später ins Rechenzentrum. Heute ist er als Logistiker im Archiv einer Fernsehproduktionsgesellschaft tätig. Weil ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Der TSG-Vorsitzende organisiert seit 1995 federführend alle zwei Jahre das Spielefest rund um die Dattenbachhalle, das inzwischen in der ganzen Region beliebt ist und auch der Sportler-Ehrung der Stadt einen Rahmen bietet. Dieses Jahr ist es wieder so weit: Weil bereitet schon, das Spielefest für den 18. August vor. Er holt Firmen und Verbände ins Boot, die das Fest finanziell unterstützen oder eine Spielstation anbieten. Mainova und Hessen-Forst haben bereits fest zugesagt, erstmals wird auch das Unternehmen Deutsche Glasfaser dabei sein. Es werden Spielstationen angeboten, darunter neben Hüpfburgen und Hubhebebühne auch eine Auswahl der beliebten, überdimensionalen Holzgeschicklichkeitsspiele für Kinder und Erwachsene aus Weils Werkstatt. „Ich habe diese Spiele einmal bei einer Bekannten gesehen und sie in größerem Format nachgebaut“, erzählt Weil, wie die Idee für die Spielgeräte entstanden ist. Seinem Klassiker, dem „Käsebrett“, folgten Reaktionsspiele, Labyrinthe, Denkspiele und ein Glücksrad – inzwischen rund 50 Spiele.

Für Bernd Weil ist es Ehrensache, in der Dorfgemeinschaft aktiv zu sein: Beim Mittelaltermarkt im vorigen Jahr arbeitete er am Essensstand, bei der Ehlhaltener Woche übernimmt er mit seinem Verein Projekte. Weil: „Zuletzt haben wir die Terrasse vor der Dattenbachhalle saniert“. In der TSG spielt er jeden Mittwochabend Tischtennis bei den „Borzlern“, einer bunt gemischten Gruppe im Alter zwischen 30 und 80 Jahren, wie er sagt. Das Familienleben komme wegen der vielen Termine manchmal zu kurz, gesteht Bernd Weil und ist seiner Frau Astrid dankbar für ihr Verständnis. mi

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