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Eppsteins Ehrenbürger Jürgen Löns †

Jürgen Löns

Nur wenige Tage nach seinem 89. Geburtstag ist Eppsteins Ehrenbürger Jürgen Löns gestorben. Geboren wurde Löns am 21. Juli 1930 in Kassel.

Nach Abitur und Schriftsetzerlehre studierte er in Frankfurt Wirtschaftswissenschaften und Pädagogik mit einer Lehrbefähigung für Deutsch, Englisch und Wirtschaftsgeographie. Auf einem Ausflug des Studienseminars in den Rheingau lernte der junge Referendar eine junge Lehrerin kennen, seine spätere Frau Gertrud Froelich aus Eppstein. Hochzeit feierten die beiden 1960. Nach der Geburt der ältesten Tochter 1962 zog das Paar in Gertruds Elternhaus, einer 1904 erbauten Fabrikantenvilla in Alt-Eppstein, die die beiden seitdem liebevoll instand gehalten haben. Der Pädagoge war bis zu seiner Pensionierung Lehrer und Leiter eines Wirtschaftsgymnasiums mit einer Fachoberschule in Oberursel.

Von Anfang an engagierte sich Jürgen Löns gemeinsam mit seiner Frau ehrenamtlich in der Burgstadt: Als Gründungsmitglieder halfen sie beim Aufbau der Musikschule, des Burgvereins, des Kulturkreises, des Vereins Miteinander-Füreinander, waren Gründungsstifter der Bürgerstiftung und der Talkirchenstiftung.

Gemeinsam mit seiner Frau stiftete Löns den Erlös aus dem Verkauf seines Elternhauses für den Grundstock der eigenen Treuhandstiftung „Eppstein Fonds zur Förderung bedürftiger Kinder und Jugendlicher“. Auch politisch war Löns sein Leben lang engagiert: von 1968 bis 1993 gehörte er der SPD-Stadtverordnetenfraktion an, davon acht Jahre als Fraktionsvorsitzender. Von 1993 bis 2002 war er Vorsitzender des Burgvereins. Mit seiner offenen Art gelang es ihm, die Mitgliederzahl deutlich anzuheben, vor allem weil er viele Neubürger für die Burg begeistern konnte.

Gemeinsamer Nenner aller Aktivitäten war das soziale Engagement und die Menschlichkeit, fasst Ehefrau Gertrud zusammen, was ihren Mann antrieb. Für dieses Engagement verlieh die Stadt Eppstein dem Ehepaar 2017 ihre höchste Auszeichnung, die Ehrenbürgerwürde.

Besonders am Herzen lagen Löns die Bürgerstiftung und der Eppstein Fonds, weil er damit unmittelbar benachteiligten jungen Menschen helfen konnte, und in seiner Tätigkeit als Kommunalpolitiker das direkte Gespräch mit den Menschen. „Ihm war das Wohl jedes einzelnen Bürgers wichtig!“, sagt Gertrud Löns.

Das eigene soziale Engagement hat den beiden auch geholfen, Schicksalsschläge zu ertragen, besonders als beide Töchter 2008 innerhalb weniger Monate starben. „Wir haben auch in den schweren Zeiten immer zusammengestanden“, sagt sie.

Froh ist die 85-Jährige über die gute Nachbarschaft: Sie habe viele Hilfsangebote erhalten, auch von neu hinzu gezogenen Familien. Diesen Zusammenhalt möchte sie nicht missen, genauso wenig ihre Bekannten oder den Französisch Literaturkreis, der sich jede Woche bei ihr trifft.

Sie hofft, dass sie, trotz der Zufahrt über die steile Mendelssohnstraße zu ihrem Haus, noch lange umgeben von den liebevoll zusammengetragenen Erinnerungsstücken in der Villa ihrer Familie wohnen kann.bpa

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