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Ehlhaltens Feuerwehr kann sich aufs soziale Netz verlassen

Axel Ernst, Horst Kilb, Albert Kretschmer, Robert Keller, Kurt Kilb, Berthold Racky und Peter Schmitt (v.li.) stellten sich fürs Gruppenfoto vor dem neuen Mannschaftswagen auf.Foto: ffg

Seit vielen Jahren organisiert die Feuerwehr Ehlhalten ihren Jahresempfang. Auch diesmal kamen rund 70 Gäste. Wegen des krankheitsbedingten Ausfalls von Wehrführer Lothar Racky leitete der stellvertretende Wehrführer Peter Schmitt die Veranstaltung.

Schmitt blickte in seiner Rede auf ein ruhiges Jahr 2019 zurück. Betrachte man die vergangenen Jahre, so gäbe es durchschnittlich zwischen 20 bis 35 Einsätze. Im vergangenen Jahr sei die Wehr nur 20 Mal zu ernsthaften Einsätzen ausgerückt. Dass nur wenige Menschen in Eppstein eine gefährliche oder zumindest höchst unangenehme Situation hätten erleben müssen, sei für ihn eines der erfreulichen Dinge des vergangenen Jahres gewesen.

Ein weiterer Höhepunkt war Ende November die Ankunft des neuen Mannschaftsbusses. Das neue Fahrzeug ist 30 Zentimeter länger und rund 70 PS stärker als sein Vorgänger, der dreizehn Jahre lang treu seine Aufgabe erfüllte. Zum Ende hin sei er jedoch sehr reparaturbedürfig und damit teuer geworden, verriet Schmitt. Nach knapp einem Jahr der Beratung, Budget- und Ausstattungsplanung sowie Terminen beim Ausrüster wurde der neue „Kamerad“ beim Jahresempfang mit der offiziellen Schlüsselübergabe begrüßt und in Dienst genommen.

Die 42 500 Euro Anschaffungskosten für Auto, Funktechnik, Sondersignalanlage wie Blaulicht, Martinshorn und Heckwarnsystem stemmte der Feuerwehrverein Ehlhalten komplett aus eigenen Ersparnissen. Bürgermeister Alexander Simon dankte der Feuerwehr in seiner Rede ausdrücklich dafür, denn Eigentümer ist die Stadt Eppstein.

Viele Spenden, Erlöse aus Veranstaltungen und die Beiträge der passiven Mitglieder haben die Anschaffung erst möglich gemacht, erklärte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Axel Ernst in seiner Rede. Deshalb sei er auch begeistert darüber, wie beliebt der Vatertagsfrühschoppen 2019 wieder gewesen sei. „Wir hatten volles Haus bei Traumwetter. Ein toller Erfolg, denn wir konkurrieren an diesem Tag mit vielen Festen zur gleichen Zeit in allen Stadtteilen und in der Umgebung.“ Die gegrillten Haxen, die musikalische Unterstützung der Blaskapelle Villmar trügen ihren Teil dazu bei. Auf dem Platz sitze man gemütlich, die Kinder spielten gefahrlos und die Jugendfeuerwehr habe Platz für ihr Angebot, verriet Ernst das Erfolgsgeheimnis.

Ernst ehrte danach langjährige aktive und passive Mitglieder: Kurt Kilb und Robert Keller sind seit 65 Jahren aktiv dabei. Seit 1955 hätten beide wertvolle Basisarbeit geleistet, Kurt Kilb habe 1975 federführend die Jugendarbeit mit aufgebaut, sei Gerätewart und Elektrobeauftragter gewesen. Heute seien beide Herren geachtete Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung.

Eine ebenso wichtige Säule des Vereins seien die passiven Mitglieder. Für 50 Jahre passive Mitgliedschaft wurden Horst Kilb, Franz Hannl, Berthold Racky, Harald Bauer und Albert Kretschmer geehrt.

Albert Kretschmer sei besonders umtriebig, verriet Axel Ernst. 50 Jahre sei er bei den Maltesern auf dem Rettungswagen mitgefahren und dann im Alter von 62 Jahren in den Vorruhestand gegangen. Daraufhin sei er sofort an die Einsatzabteilung herangetreten mit den Worten, er habe den LKW-Führerschein sowie Sanitätserfahrung und wolle für drei Jahre die Feuerwehr bei Einsätzen unterstützen. Das Angebot wurde gerade in den dünn besetzten Tageseinsätzen mit Freude angenommen.

Ortsvorsteher Michael Kilb betonte in seiner Rede, dass die Nachwuchsförderung für ehrenamtliche Tätigkeiten eine gesamtgesellschaftliche, wichtige Aufgabe sei. Ehrenamt bedeute nicht, ohne Bezahlung zu arbeiten. Vielmehr sei Ehrenamt die Arbeit, die nicht bezahlt werden könne und höchste Wertschätzung verdiene. Ehrenamtliche Arbeit mache den Stadtteil lebenswert und schaffe das vielfältige Fundament, auf dem wir alle stehen. Es sei das soziale Netz, in dem es für jeden einen Platz zum Wohlfühlen und Dazugehören gäbe. Die Königsklasse des Ehrenamtes, so Kilb, sei die Feuerwehr.

Sie sei in Ehlhalten stabil aufgestellt. Das habe man bei dem krankheitsbedingten Ausfall des allseits geschätzten Wehrführers Lothar Racky beobachten können, meinte Alexander Simon. 21 Jahre lang hat Lothar Racky die Verantwortung als Wehrführer getragen und war 22 Jahre lang gleichzeitig auch Vorsitzender des Vereins. Als er überraschend ausfiel, sprangen seine Stellvertreter ein. Bürgermeister Simon würdigte die Kämpfernatur von Lothar Racky, dem es mittlerweile wieder deutlich besser geht. Simon lobte Peter Schmitt und Axel Ernst dafür, dass sie die Verantwortung übernahmen. ffg

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