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Zukunftsbaum am Waldlehrpfad

Solche prächtigen Eichen sind bei Fassbauern heiß begehrt, erzählte Revierförster Peter Lepke bei der Begehung anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Walderlebnispfades. Foto: Mischker

Emil, der Waldkauz, begrüßt mit einer feierlichen Verneigung seine Waldfreunde am Einstieg des Walderlebnispfades am Naturparkplatz Bremthal.

Das Maskottchen, das Groß und Klein auf zahlreichen Hinweistafeln sonst auf dem Lehrpfad begleitet, hatte bei der Begehung anlässlich des zehnjährigen Jubiläums Verstärkung: Peter Lepke, Revierförster in Eppstein, und Peter Lange, einer der Paten des Walderlebnispfades, übernahmen die Führung. Der Förster gab sein Wissen über die Waldwirtschaft weiter, der Pate über die Geschichte des Lehrpfades. „Vor ca. 35 Jahren angelegt“, berichtete Lange, „wurde er 2009 grundlegend nach den neuesten naturpädagogischen Ansätzen erneuert.“

Die Initiative geht zurück auf die Bremthaler Sozialdemokraten, die den Naturpark Taunus und weitere Förderer für diesen Plan gewinnen konnten. Auf der Tafel verspricht Waldkauz Emil den Besucherinnen und Besuchern getreu dem Motto „Wahnsinn Waldsinn“ denn auch eine besondere Reise, die Lehrpfad, Sinnespfad und Waldrallye kombiniert.

Rund 35 Waldfreunde folgten Lepke und Lange auf dem 3,7 Kilometer langen Rundweg, der sich zunächst mitten durch ein ehemaliges an vielen Mulden erkennbares Erzabbaugebiet schlängelt. Dort ist der Wald dicht bewachsen und birgt zahlreiche Baumarten. Insbesondere Kinder können sich hier Wissen über Bäume aneignen und ihren Sinn für die Natur schärfen. Daher bietet der Weg auch ein „Waldklassenzimmer“ für Schulklassen, die den Weg nutzen, um den Wald zu erleben.

Bei der Begehung begeisterte das Waldxylophon mit seinen hölzernen Klängen die quirligen Kinder und auch der kurze Barfußpfad wurde ausprobiert – mit Schuhen allerdings, denn die Temperaturen waren frisch.

Lepke machte auf eine hoch gewachsene Buche aufmerksam: „Das ist ein so genannter Zukunftsbaum, erkennbar an der weißen Markierung.“ Bei Zukunftsbäumen wird darauf geachtet, „Bedränger“ rundherum in Schach zu halten, so dass dessen Krone ausreichend Licht erhält. In der „Totholz-Ecke“ erläuterte Lepke, warum der Wald von toten Bäumen, so genannten Habitat-Bäumen, nicht etwa gesäubert wird.

Zum Zehnjährigen wurde der Walderlebnispafd aufgefrischt

„Sie sind voller Löcher und bieten Spechten und Fledermäusen Lebensraum“, erläuterte er. Nur wenn sie die „Verkehrssicherheit“, das Leben von Spaziergängern gefährden, werden sie gefällt.

Rechts des Weges grüßt eine prächtige Eiche. Für die Waldwirtschaft bedeutete sie ein dickes Geschäft, berichtete Lepke. „Für einen solchen Stamm zahlen die Fassbauer ein Vermögen, mehr als andere Verwerter“. „Diesen Baum bitte nicht verkaufen“, war aus der Gruppe zu hören.

Die 78-jährige Therese Morgenstern aus Bremthal gehört zu den regelmäßigen Spaziergängerinnen durch diesen Wald. „Jeder Baum sagt ‚Guten Tag’ zu mir“, sagte sie. Sie räumt herabgefallene Äste beiseite, damit sie andere nicht behindern können. Denn auch Familien mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer nutzen diesen Weg.

„Radfahrer und Reiter nehmen besser Rücksicht“, hat Lange beobachtet. Gemeinsam mit den anderen Paten Bernd van Krüchten, Hans-Jörg Schmidt, Hermann May, Arno Müller, Elke Roth und weiteren Helfern hat er den Weg für das Jubiläum renoviert: Die Wege mit Schotter befestigt, einige Stationen aufgefrischt und morsches Holz an den Stationen ausgetauscht. Für die Zukunft seien neue Elemente wie beispielsweise ein Klangstamm, die Verlängerung des Barfußpfades und neue Hinweistafeln geplant.

Wie es der Zufall will, umkreist der Rundweg einen besonderen Ort. Morgenstern erinnert sich – wie auch andere Teilnehmer an der Begehung – an das Grab des „Russenkindes“. Im Jahr 1945 auf einem Flüchtlingstreck kurz nach der Geburt gestorben, liegt es dort mitten im Wald begraben. Die unzugängliche Grabstätte wurde lange gepflegt von Eppsteinern, die am Schicksal der Kriegsgefangenen aus Russland Anteil genommen haben.mi

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