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Siegertafel auf Granit verewigt

Ralf Wolter, Alexander Simon, Karl-Peter Naumann, Andreas Geißler, Sabine Bergold und Peter Reus (v.li.) an der frisch enthüllten Siegertafel. Foto: Helga Mischker

Auf ihrem Weg quer über den Bahnhofsvorplatz können Fußgänger und Radfahrer sie nicht übersehen: Die von der Allianz pro Schiene gestiftete Siegertafel für den Titel „Bahnhof des Jahres 2018“.

Das wetterfeste Schild prangt seit einigen Tagen auf einem Gedenkstein aus Granit aus Simbabwe, vis à vis des blauen Schriftzugs „EPP5“. Die Fassade der Perle oder gar des Diamanten – so nennen Liebhaber das aufwändig bis auf die Grundfesten erneuerte Jugendstilgebäude – kam für die Montage der Ehrentafel nicht in Frage. „Der Denkmalschutz hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, informierte Bürgermeister Alexander Simon, „aber nun haben wir etwas viel Besseres: Ein Kunstwerk.“ Entstanden ist es in der Werkstatt der Steinmetze Bernd und Oliver Kugelmann in Bremthal.

Rund 70 geladene Gäste aus dem Rhein-Main-Gebiet und aus Berlin kamen zur Siegerfeier und halfen bei der Enthüllung der Ehrentafel: RMV-Geschäftsführer Knut Ringat, der Leiter des Bahnhofsmanagements in Frankfurt Hartmut Schwarz, Andreas Geißler vom Verein „Allianz pro Schiene“, Jurymitglied und Ehrenvorsitzender Karl-Peter Naumann sowie Ralf Otto, Chef des Restaurants Wunderbar Weite Welt im Stadtbahnhof lüfteten das Tuch, erfreut über den Erfolg des Eppsteiner Bürgerbahnhofs. Bürgermeister Alexander Simon begrüßte seine beiden Vorgänger Peter Reus und Ralf Wolter, die das Projekt begonnen hatten.

Bei der Feierstunde in der Wunderbar gab es leckere Häppchen. Die gute Küche dort hat womöglich zum Titel beigetragen, denn sie stimmte die Preisrichter schon auf ihrer Besichtigungsreise gewogen. „Das aus knackigen Vollkornbrötchen und Obstsalat bestehende Lunchpaket hat uns sehr geschmeckt“, erinnerte sich Karl-Peter Naumann.

Den Ausschlag für den Preis gab allerdings der Komfort für die Reisenden. „Wenn ein Bahnhof Begeisterung auslöst und man sich gern dort aufhält, kann er Bahnhof des Jahres werden“, so Naumann. Die Burgstadt punktete außerdem mit dem Bürgerbüro im Bahnhofsgebäude. „Es ist erste Anlaufstation für Menschen dieser Stadt – gut erreichbar und mit ansprechenden Öffnungszeiten“, warb Simon.

Unwirtlicher Ort wird zum Juwel

„Beifall für den Bahnhof des Jahres 2018“, applaudierte Geißler bei der Tafelenthüllung.

Mit Eppstein hat Hessen den fünften Bahnhof des Jahres hervorgebracht, alle fünf liegen im Einzugsbereich des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Zuvor bekamen Darmstadt, Oberursel Marburg und Hünfeld die Siegertafel. „Dass nun auch der Bahnhof in Eppstein ausgezeichnet wurde, macht uns stolz“, sagte Professor Ringat.

„Damit ein Bahnhof attraktiv ist, muss er den Fahrgästen einen einfachen und komfortablen Umstieg ermöglichen – ganz gleich, ob man von der Bahn in den Bus steigt oder mit Auto oder Fahrrad weiterfährt“. Mit dem gemeinsamen Bahnsteig für Bahn und Bus, überdachten Fahrradständern und abschließbaren Boxen und P+R-Stellplätzen direkt am Bahnhof sei das in Eppstein in herausragender Weise gelungen. Ringat griff die Anregung von Simon auf und versprach zu prüfen, ob ein Halt der Regionalbahn in Eppstein realisierbar ist.

An der Feierstunde nahmen außer den Ingenieurbüros IGM und Krebs und Kiefer auch die beteiligten Planer und Baufirmen der barrierefreien Bahnhofsanlage teil.

Simons Vorgänger, Ralf Wolter und Peter Reus, erinnerten sich daran, wie viel Gegenwind ihnen zunächst ins Gesicht blies bei dem Vorhaben, aus dem unwirtlichen Ort, der der Bahnhof einst war, ein Juwel zu machen. „Als kleine Stadt mit begrenztem Budget brauchten wir hierfür einiges an Fantasie. Unser Glück war, dass Eppstein einen neuen Tunnel brauchte“, erklärte Wolter, „und somit der Anlass für eine Neugestaltung des Areals gegeben war“.

Unproblematisch war das Vorhaben nicht: „Wir erlebten eine böse Überraschung, als wir feststellten, dass das Bahnhofsgebäude kein stabiles Fundament hatte, sondern lediglich auf dem Geröll der ersten Tunnelbohrung stand“, erinnerte sich Wolter. Das Bahnhofsgelände wurde beim ersten Tunnelbau um etwa zwölf Meter aufgeschüttet, dank moderner Punktfundamente habe man den Bau glücklicherweise stabilisiert.

Simon wies darauf hin, dass neben Wolter und Reus auch Klaus Trinks, der ehemalige Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft, ganz wesentlich an der Revitalisierung des Stadtbahnhofs mitgewirkt habe. Er dankte der örtlichen Politik, die das Projekt zwar gelegentlich kritisch begleitet, aber stets mit großer Mehrheit mitgetragen habe. mi

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