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Aus „Sicherheitsgründen“ wird Wegbeleuchtung nicht ersetzt

Seit Monaten schon ärgert sich Uwe Rauhut über den Zustand des Fußwegs zwischen dem Rödelbergweg und dem Bahnhof. Der schmale Pfad wird von Fußgängern gern genutzt, denen die Strecke über den Theodor-Fliedner-Weg zu weit und zu dunkel oder die B455 zu belebt ist.

Im Sommer sind dort auch viele Fahrradfahrer unterwegs. Aber zunehmend wirkt der Weg ungepflegt und verwildert: Im Sommer ärgerte sich Rauhut darüber, dass Sträucher, Gräser und Brennnesseln zu beiden Seiten des Wegs wuchern durften. Zudem wird der Weg augenscheinlich von vielen Hundebesitzern als Hundeklo benutzt, obwohl es mehrere Stationen in der Altstadt mit Plastikbeutel für Hundekot gibt. Jetzt im Winter muss Rauhut bei seinem täglichen Weg zum Bahnhof und zurück auch noch über Pfützen steigen und matschige Schuhe in Kauf nehmen, weil der Weg zum größten Teil nicht befestigt ist.

Trotzdem war der Weg bislang auch in den Wintermonaten recht bequem, da er eigentlich gut mit Laternen ausgeleuchtet ist. Doch seit fast einem Jahr sind zwei Leuchten defekt und damit ein rund 150 Meter langes Teilstück des Weges nicht mehr ausgeleuchtet.

Rauhuts Bitte an die Stadt, die Lampen auszutauschen, hat die Stadt weitergeleitet an die für die städtische Beleuchtung zuständige Firma Syna. Damit war die Angelegenheit aber nicht erledigt: Das Unternehmen weist auf neue Sicherheitsbestimmungen hin. Demnach dürfen ihre Mitarbeiter keine Lampen mehr in der Nähe von Hochspannungsleitungen der Bahn austauschen. „Wir haben natürlich verschiedene andere Möglichkeiten durchgespielt, wie die Lampen doch noch auszutauschen wären“, berichtete Simon, aber Leitern reichen nicht hoch genug, vom Parkplatz aus mit einer Hubleiter ist der Abstand zu groß.

„Am Ende mussten wir einsehen, dass keine Möglichkeit, die Lampen auszutauschen, praktikabel oder rechtssicher war“, führte Simon aus. Die Syna teilte stattdessen mit, dass sie die gesamte Beleuchtung des Wegs abbauen will. Möglicherweise stuft sie die gesamte Wegebeleuchtung unmittelbar neben den Gleisen mit den oberirdischen Kabelsträngen zwischen den einzelnen Lampen als Sicherheitsrisiko ein. Anders kann sich ein Elektriker, den die Eppsteiner Zeitung zu dem Thema befragte, die Argumentation nicht erklären. Denn, wo ein Wille sei, gebe es auch die richtige Ausrüstung, sagte er. Die Stadt werde keinesfalls Druck machen, dass die Lampen demontiert werden, ließ Simon durchblicken, denn die Kosten dafür wolle die Stadt nicht bezahlen.

Eine neue Beleuchtung sei möglich, nur müsse sie am Geländer installiert werden, das noch aus den Anfangsjahren des Wegs stammt. Der Weg wurde vermutlich um 1900 als Verbindungsweg für den Bahnwärter entlang der Gleise angelegt. Als Pfosten dienten ausrangierte Eisenbahnschwellen. Die Stadt stuft den schmalen Pfad nur als nachrangige Wegeverbindung ein. Sie hat ihn weder als Teil eines Wanderwegs noch als Hauptfußwegverbindung ausgewiesen. Offizieller Wanderweg ist die höher gelegene, asphaltierte, aber unbeleuchtete Straße zwischen Rödelbergweg und Bergpark. Für Pendler, die auch bei Dunkelheit auf den Verbindungsweg zum Bahnhof angewiesen sind, ist er keine Alternative.

Die Stadt müsste zunächst ermitteln, wie viel eine integrierte Beleuchtung und gegebenenfalls ein neuer Handlauf oder gar ein neues Geländer kostet. Eine kurzfristige Lösung für die Beleuchtung ist also nicht in Sicht.

Als Sofortmaßnahme, versprach der Rathauschef, wolle die Stadt, sobald die Witterung es zulässt, den Belag ausbessern und den Weg mit einfachen Mitteln befestigen. bpa

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