Home | Eppstein

Der große Markt wächst, der kleine schließt

Der neue Lebensmittelmarkt an der Staufenstraße wächst in die Höhe.Fotos: B. Palmert-Adorff

Ob’s eine Krise oder ein Wechsel ist, liegt vielleicht im Auge des Betrachters – seit Monaten stehen in der Eppsteiner Altstadt mit „Il Gusto“, ehemals „Zur Rose“, dem „Castellan“ und dem „Pflasterschisser“ drei Gastronomie-Betriebe in der Burgstraße leer.

Die Wochenmarkthändler klagen über zu wenig Zulauf. Jetzt kündigt Klaus Schulschenk, der Inhaber des Nah- und Gut-Ladens in der Burgstraße an, zum Jahresende aufzuhören. Das bedeutet auch das Ende der Postfiliale samt Postbankservice. In den kommenden Monaten schränkt er zunächst die Öffnungszeiten ein. Im Januar ist endgültig Schluss.

Andere, junge Unternehmer wie Ramon Olivella oder Lena Bitter, bauen auf den Charme der Altstadt und wagen gerade dort den Sprung in die Selbstständigkeit. Mundschenk Olivella hat im Frühjahr einen Weinladen im Gebäude der Eppsteiner Zeitung eröffnet, Lena Bitter, ehemalige Mitarbeiterin der Parfümerie Schuster in Vockenhausen, zieht mit ihrem Kosmetikstudio in die östliche Burgstraße, auf halbem Weg vom Wernerplatz zum neuen Edeka-Markt. Dessen neues Gebäude an der Staufenstraße wächst zusehends. Derzeit werden die Außenwände gemauert. Dem Vernehmen nach will Edeka im Januar 2018 öffnen.

Ihm sei wichtig, dass seine Mitarbeiter sich beim neuen Markt bewerben und dabei sein können, wenn das Team dort neu aufgebaut wird, sagt Schulschenk. Seine Nah- und Gut-Läden gehören ebenfalls zum Edeka-Konzern. Außer den vier Mitarbeiterinnen im Laden in Alt-Eppstein haben auch zwei Mitarbeiter aus Bremthal Interesse bekundet, sich beim neuen Markt zu bewerben.

Die beiden Schwestern Renate Gruber und Daniela Makel aus Ehlhalten wechseln sich als Team im Laden mit Editha Fischer und Christiane Luther ab. „Falls wir übernommen werden, gibt es dort sicher ganz neue Aufgaben“, vermuten die beiden Schwestern. Und so viel Kundennähe wie in der Burgstraße wird es im neuen 1500 Quadratmeter großen Laden nicht geben wie an der Theke im Altstadt-Lädchen. „Die Gespräche mit unseren Kunden werden wir vermissen“, sagt Makel.

Auch mit dem schnellen Lieferservice der vier Damen, die den Senioren aus dem Fliednerhaus auch mal die Einkaufstaschen über die Straße nach Hause tragen, ist es dann vorbei. Dafür haben die großen Einzelhandelsketten eigene Abteilungen.

Wie es in seinem Hauptgeschäft, dem Nah- und Gut-Laden in Bremthal weitergeht, weiß Schulschenk noch nicht. So fragt er sich, ob er künftig in der Edeka-Zentrale noch die gleichen Konditionen für den Wareneinkauf hat wie bisher. Er spricht jedenfalls von „dramatischen“ Veränderungen. Schon jetzt stellt er empfindliche Einbußen fest, die mit dem neuen Markt an der Staufenstraße noch größer werden dürften. Solange sich das Kaufverhalten der Menschen nicht ändere, könnten zwei so kleine Geschäfte auf Dauer nicht überstehen. Er konzentriert sich deshalb im nächsten Jahr ganz auf das Kerngeschäft in Bremthal. jp/bpa

Weitere Artikelbilder:

Noch keine Bewertungen vorhanden

Neueste Kommentare

Info-Erlebnistour mit Hofheims Grünen im Windpark …
2 Wochen 4 Tage
Opernabend auf der Burg
4 Wochen 4 Tage
Wirbel um Dörthe und Dorothea, die neuen Burg- …
6 Wochen 6 Tage
Windkraftgegner befürchten: Investoren warten …
6 Wochen 6 Tage
Wirbel um Dörthe und Dorothea, die neuen Burg- …
8 Wochen 1 Tag
X
Sichere Anmeldung

Diese Anmeldung ist mit SSL Verschlüsselung gesichert