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Eric Reumuth hat den Wochenmarkt mit aufgebaut

Kräuter und Blumen, Obst und Gemüse, Wein, Wurst und fair gehandelte Waren bieten die Händler auf dem Wochenmarkt an. Fotos: J. Palmert

Ein kurzes, aber intensives Intermezzo hat Marktmeister Eric Reumuth in seiner Heimatstadt gegeben. Vor vier Jahren kehrte er nach 30 Jahren Abwesenheit nach Eppstein zurück. Der Informatiker hatte seinen Job aufgegeben, um seine kranke Mutter zu pflegen und sein Leben neu zu ordnen.

Im Frühjahr 2015 las erin der Eppsteiner Zeitung, dass die Stadt nach dem Rückzug der Marktgilde für die Organisation des Marktes Unterstützung suchte. Bis dahin, so Reumuth, habe er gar nicht gewusst, dass es einen Wochenmarkt in Eppstein gibt. Er schaute freitags beim Markt vorbei und packte gleich mit an. So ist es geblieben. Bis zum 11. August. Am kommenden Freitag hat Reumuth seinen letzten Einsatz mit Kollege Bernd Höpfner, der mit ihm gemeinsam seit Juli 2015 als offizielle Marktmeister die Parkplätze sperrte, Tische und Bänke aufbaute, im Winter Salz streute und im Sommer den Platz fegte. Sie grillten und holten immer wieder neue Aktionen auf den Markt: Büchermarkt, Sommerfest, Vereinsauftritte gehören zum Konzept.

Sieben Marktbeschicker sind heute fest dabei und verkaufen Blumen, Antipasti, Waffeln, Obst, Gemüse und Wurst. Hausgemachte Marmeladen gibt’s bei Patricia Joyner, Burg-Kaffee und andere fair gehandelte Waren beim Eine-Welt-Stand zu kaufen. Der Schwälmer Jung bietet deftige, hausgemachte Produkte an.

Besucher sitzen oft noch nach dem Einkauf gemütlich bei einem Glas Wein zusammen, das der Eppsteiner Mundschenk ausschenkt. Deshalb wurden die Öffnungszeiten im Sommer bis 19.30 Uhr ausgedehnt.

Auch als Reumuth eine Festanstellung als Flüchtlingshelfer beim DRK in Wallau annahm, behielt er seinen Job als Marktmeister auf 400-Euro-Basis bei.

Der ehemalige Informatiker hat bei der Pflege seiner Mutter und bei der vielseitigen Arbeit als Marktmeister festgestellt, dass er viel lieber handfest mitanpackt und mit Menschen arbeitet. Jetzt hat er in Aschaffenburg einen Job als Betreuer und Hausmeister für drei Flüchtlingsunterkünfte gefunden. Mitte des Monats zieht der 50-Jährige endgültig zu seiner Freundin, die ebenfalls in der Nähe von Aschaffenburg wohnt.

Trotz seines Abschieds liege ihm der Wochenmarkt am Herzen, sagt Reumuth. Mit seinem Einsatz habe er seiner Heimatstadt etwas wiedergeben wollen. Er war nicht nur wichtiger Motor auf dem Wochenmarkt, sondern half auch im Museum aus, war Stadtführer, Flüchtlingshelfer, bei Burgverein, Burgschauspielern und beim DRK aktiv und organisierte mit der XXL-Mondnacht am Neufville-Turm im vergangenen Jahr auch ein ungewöhnliches Kulturexperiment.

Mit Sorge beobachtet er, dass nach zwei guten Jahren in diesem Sommer der Besuch auf dem Wochenmarkt rückläufig ist. Als großen Einschnitt empfand er, dass die Domäne Mechthildshausen, die fast von Anfang an frisches Obst und Gemüse aus biologischem Anbau auf dem Wochenmarkt angeboten hat, mangels Mitarbeiter ihren Stand nicht mehr ausrichten kann (wir berichteten).

Bürgermeister Alexander Simon fand schnell Ersatz. Am vorigen Freitag war erstmals Händler Sinan Koc aus Wiesbaden mit Früchten und Gemüse der Saison dabei. Aktuell locken frische Beeren, Aprikosen und Mirabellen in seinem Angebot.

Reumuth appelliert an die Eppsteiner, den Markt nicht als selbstverständlich zu nehmen: „Wenn sie den Markt wollen, dann sollen sie dort auch einkaufen, um den Händlern ein Leben und Handeln zu ermöglichen.“ Das sei in der historischen Altstadt nun mal nicht ohne Fußwege zum Parkplatz möglich.

Er hofft, dass der Wochenmarkt trotz der Konkurrenz der großen Einkaufsläden überdauert und die Bewohner der Altstadt, etwa die Senioren aus dem Fliednerhaus, weiterhin kurze Wege haben und sich beim Einkauf mit anderen Menschen austauschen können.

Stadt sucht Nachfolger

Damit der Markt auch weiterhin reibungslos organisiert wird, sucht die Stadt nun ab sofort einen neuen Marktmeister. Er oder sie muss den Platz sperren und freihalten, den Kontakt zu den Standbetreibern halten und nach dem Markt den Platz wieder reinigen.

Damit nicht genug: Auch im Pförtnerhaus am Westaufgang der Burg steht ein Wechsel an. Patricia und René Rudolph haben, wie berichtet, zum Saisonende gekündigt. Die Stadt sucht nun Bewerber für das Burgwärterhaus und die damit verbundene Aufgabe als Kastellan und Burgwächter. bpa

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