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In Eppstein waren die Abschleppwagen auch schon im Einsatz

Michael Siewert (li.) und Ahmed Arjoune Lamnaouar mit einem der beiden 40 Tonnen schweren Bergungsfahrzeuge, mit denen Lkw und Busse geborgen werden. Foto: Beate Palmert-Adorff

Seit diesem Sommer starten Bergungs- und Werkstattfahrzeuge von der neuen Niederlassung des Abschleppdienstes Hübinger in Bremthal aus.

Der direkte Zugang zur Autobahn war seinerzeit ausschlaggebend für die Wahl des Standorts im Gewerbegebiet Am Quarzitbruch, sagt Michael Siewert, der in Bremthal als Disponent arbeitet und die Einsätze koordiniert.

Das Bergungsteam in Bremthal habe man neu aufgebaut, sagt Siewert. Er selbst ist seit drei Jahren im Betrieb und steht in Bremthal seinem Schwiegervater, Seniorchef Hans-Jürgen Hübinger, zur Seite.

Ehefrau Susanne arbeitet in der Zentrale des Familienbetriebs in Wiesbaden. Die drei Mitarbeiter kommen aus Eppstein und der Region. Ahmed Arjoune Lamnaouar ist einer von ihnen. Der gebürtige Spanier ist für den Werkstattwagen zuständig. Firmenchef Hübinger sitzt mit seinem Schreibtisch noch im Sozialraum seiner vier Mitarbeiter, bis das Obergeschoss ausgebaut ist. Dort soll neben Büros auch ein Schulungsraum entstehen.

Vier Bergungsfahrzeuge, ein Werkstattwagen, ein Rüstwagen mit Luftkissen, Stromaggregat und Schutzanzügen und ein Lkw für Reifenpannen an Lastern stehen in Bremthal rund um die Uhr für Einsätze auf Autobahnen und Landstraßen bereit. Darunter ist auch ein 40 Tonnen schwerer Kranwagen, der Laster und Busse bergen kann, und ein ebenso schweres Fahrzeug mit Unterfahrlift und Hubbrille, um sie abzutransportieren. Von Idstein bis Rüdesheim und bis vor die Tore Frankfurts reicht das Einsatzgebiet – „jede Strecke, die wir innerhalb von 30 Minuten, der vorgeschriebenen Hilfsfrist auf Autobahnen, erreichen können“, sagt Siewert.

Ein Ford Ranger mit Hubbrille ist im Taunus auch auf verschneiten Seitenwegen im Einsatz. „Im Winter“, so Siewert, sind wir beispielsweise häufig am Parkplatz an der Fasanerie, um festgefahrene Autos rauszuholen.“ Aber auch Abschleppdienste in engen Altstadtgassen oder aus einem Parkhaus sind mit dem Ranger möglich. „Überall dort, wo die großen Abschleppfahrzeuge nicht hingelangen.“

Ähnlich wie Feuerwehrfahrzeuge sind die Laster, Transporter oder Allradfahrzeuge des Abschleppdienstes mit speziellen Aufbauten ausgerüstet. Der teuerste Kranwagen kostete 580 000 Euro bei der Neuanschaffung. Deshalb werden sie in einer videoüberwachten fest verschlossenen Fahrzeughalle gesichert. In der rund 2000 Quaratmeter großen Halle sind außerdem eine Werkstatt mit einer Montage-Grube und eine überdachte Lkw-Waschanlage untergebracht.

Im Eppsteiner Stadtgebiet sei der Abschleppdienst erst einmal tätig geworden, sagt Siewert. Die Stadt beauftragte das Unternehmen, ein abgemeldetes Autowrack abzuschleppen, dessen Halter erst festgestellt werden musste. Eine weitere Anfrage gab es vor dem Weinmarkt im September, weil ein Fahrzeug im Weg stand. „Das hat sich dann aber erledigt, weil das Fahrzeug weggefahren wurde“, sagt Siewert.

In Wiesbaden sind Hübingers Abschleppfahrzeuge im Auftrag der Stadt unterwegs, setzen Fahrzeuge, die Zufahrten oder Rettungswege versperren, um, oder bringen sie aufs Firmengelände, wo die Besitzer sie auslösen müssen. „Gegen genau festgelegte Gebühren, die bei allen Abschleppdiensten in Wiesbaden gleich sind“, betont Siewert.

Auf dem Eppsteiner Gelände stehen nur Unfallfahrzeuge. Sie werden exakt im Zustand des Unfalls gesichert und in einer abgeschlossenen Halle für die Besitzer oder für Versicherungsgutachter aufbewahrt. Siewert hat beobachtet, dass die Zahl der Pannen rückläufig ist, „weil die Fahrzeuge weniger anfällig sind“, die Zahl der Unfälle jedoch zunimmt. Ursache seien rücksichtsloses Fahren, zu dichtes Auffahren oder riskante Überholmanöver. „Seit ich beim Abschleppdienst fahre, habe ich mein Fahrverhalten sehr geändert“, sagt Siewert, „man wird nachdenklicher, wenn man die demolierten Fahrzeuge sieht.“

Obwohl die Bergungsfahrzeuge erst im Einsatz sind, wenn die Rettungsdienste fertig sind, sagen die Fahrzeuge selbst noch genug aus über die Unfälle. Ein Fahrzeug gehörte einer Familie, die bis auf ein Kind beim Unfall ums Leben gekommen sind, ein anderes, ein gerade mal drei Wochen alter schnittiger Straßenkreuzer hatte sich in einer 30er Zone überschlagen und wurde laut Siewert auf dem Dach liegend geborgen: „Da kommt man schon ins Grübeln“.

Viele Aufträge werden über den ADAC-Notruf an den Abschleppdienst weitergeleitet.Dabei treffen die Fahrer auf die unterschiedlichsten Menschen: Manche seien einfach nur froh über die Hilfe, andere unverschämt. So habe der Abschleppdienst einmal einen teuren Sportwagen abholen müssen, den zwei junge Burschen nach durchzechter Nacht auf der Überholspur der Autobahn stehen ließen. Reue zeigten sie beim Abholen am nächsten Tag keine. bpa

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