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Burg und Bahnhof im Visier

Eppsteins Schmuckstück, die Burg, war 2018 Schauplatz vieler Jubiläumsveranstaltungen. 2019 wird die trutzige Nordmauer saniert.Foto: Walter Adler/gdf-hessen.de

Lieber Eppsteinerinnen und Eppsteiner,

 

Bahnhof des Jahres 2018! Die Nachricht, dass der Eppsteiner Stadtbahnhof ausgezeichnet wurde, war das berühmte „i-Tüpfelchen“

im Jubiläumsjahr 2018. Denn damit gehört der vom Verein Allianz pro Schiene gekürte Eppsteiner Stadtbahnhof mit seinem attraktiven Ambiente nun zu den schönsten Bahnhöfen in Deutschland. Über zehn Jahre hatte es gedauert, bis aus dem wenig attraktiven, abends fast unheimlichen Ort ohne Aufenthaltsqualität ein belebter Treffpunkt und eine schmucke Visitenkarte der Stadt werden konnte.

Die Auszeichnung zwei Jahre nach Abschluss aller Arbeiten hat uns ein großes Medieninteresse aber auch viele Besucher beschert, die nicht nur die Burg, sondern nun auch Eppsteins Bahnhof im Visier hatten. Schön, dass die politischen Gremien fast immer in guter Eintracht die Beschlussfassungen einstimmig fassten.

Bunt wehten die Fahnen im gesamten Stadtgebiet und kündeten bereits im Januar des vergangenen Jahres ein besonderes Jahr an. Bei fast immer blauem Himmel reihte sich ein Fest an das andere. Ob nun beim farbenfrohen Jubiläums-Fastnachtsumzug des GCC, bei den sommerlichen Abenden der Burgfestspiele, beim mittelalterlichen Spektakel im Ritterlager in Ehlhalten oder im Dampf der historischen Eisenbahn beim Bahnhofsfest, ob auf ein Gläschen beim Weinfest in der Eppsteiner Altstadt oder beim Äbbelwoifest in Bremthal oder gar im Kanonendonner der kämpfenden Ritter auf der Burg – immer machten die Akteure diese Veranstaltungen zu besonderen Höhepunkten.

Rückblick auf Baustellen, Feste und 700 Jahre Stadtgeschichte – Für die Zukunft das Verbindende stärken

Mit den Burgschauspielern ging es durch 700 Jahre Stadtgeschichte oder im kostümierten Aufzug zur Genesius-Feier, die Hexen feierten in Vockenhausen und jedes kulturelle oder sportliche Ereignis wurde zum Jubiläums-Event. Mein herzlicher Dank gilt allen, die mitgeholfen haben, die mitgefeiert und dieses Jubiläumsjahr tatkräftig unterstützt haben!

Das Jubiläum zur Verleihung der Stadtrechte an Alt-Eppstein vor 700 Jahren lenkte den Blick zunächst weit in die Vergangenheit. Und so sehr das Schicksal der Einwohner von den Entscheidungen der Herrschaft abhängig war und durch immer wieder kehrende Kriege erschüttert wurde, so zeigte sich bei der Rückschau auch: die Stadt hatte einen Schatz. Die Burgruine, die bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert ein internationales Publikum anzog und dem kleinen Ort so Aufschwung verschaffte, der durch den Anschluss an die Bahn noch verstärkt wurde.

Genau diese Standortvorteile, wie man heute sagen würde, prägen die Stadt auch heute. Die Einzigartigkeit Eppsteins, seiner Stadtteile und der Bürgerinnen und Bürger soll zu Recht auch mit dem „Stadtentwicklungskonzept Eppstein 2030“ heraus gestellt werden. Dazu kommen viele neue Ideen und Visionen.

Gerade im Rückblick auf die jüngere Historie und die erzwungene Zusammenlegung der heutigen Stadtteile zur Stadt Eppstein, freut mich eine Idee besonders: „Das Verbindende stärken“ titelte die Eppsteiner Zeitung in ihrem Bericht über die Arbeitsgruppe für das Stadtentwicklungskonzept. Eine Vision, die eine Weiterentwicklung der Gesamtstadt über Stadtteilgrenzen hinaus vorsieht und damit das, was 1977 noch widerwillig angenommen wurde, nun als Kernpunkt vorsieht.

Was hat uns 2018 in Eppstein noch beschert? In der Staufenstraße hat der neue Supermarkt mit einer Postfiliale eröffnet. Dafür schloss – wie bereits in Alt-Eppstein – nun auch der kleine Lebensmittelladen in Bremthal in der Wiesbadener Straße. Schnell konnten die Räumlichkeiten nun für die örtliche Bäckerei genutzt werden, die ihren Service ausgebaut hat.

Sowohl die Leerstände als auch die Verkehrsprobleme in den alten Ortskernen sind Dinge, die uns seit geraumer Zeit beschäftigen, und für die eine für alle relativ akzeptable Lösung gefunden werden muss. Dauerbrenner sind hier die Burgstraße in Eppstein und die Langstraße in Ehlhalten. Fakt ist, dass gerade die historischen Strukturen in Alt-Eppstein oder die Ortskerne der Stadtteile deren Attraktivität und Charakteristik ausmachen. Mehr Aufenthaltsqualität als noch vor einigen Jahren hat der Gottfriedplatz vor der Talkirche, auf dem der Wochenmarkt, das Weinfest oder der Weihnachtsmarkt stattfinden. Mit der Neubenennung nach Gottfried dem VII. von Eppstein-Münzenberg, dessen Grabmal in der Talkirche zu sehen ist, wurde dem kleinen Platz mehr Beachtung zuteil, lässt sich ein Treffpunkt präziser festlegen. Auch hier, wie an vielen geschichtsträchtigen Gebäuden der Stadt, gibt es nun Infotafeln im neuen Design. Die Neubeschilderung in Alt-Eppstein und an einzelnen anderen Objekten im Stadtgebiet hat im Jubiläumsjahr dankenswerterweise der Verschönerungsverein übernommen. Zudem bieten wir seit dem Jahr 2018 auf Burg Eppstein und im Bereich des Gottfriedplatzes und des Wernerplatzes in der Altstadt mit dem Anbieter „freekey“ kostenloses Internet für Besucher, Bewohner und Geschäftstreibende an.

Die Burg war im vergangenen Jahr Kulisse für viele Jubiläumsveranstaltungen und verzeichnete, wie das neue Besucherbuch des Museum belegt, ein internationales Publikum. Nach wie vor beschäftigen uns dort Feuchtigkeitsschäden in der Nordwand, die im Museum und der Kemenate zutage treten. Die Sanierung steht an, ebenso die Planung einer Treppe zur Empore auf dem Mainzer Keller und die Errichtung eines Schutzdaches über der Ausgrabung im Kelterhaus. Eppstein ist mit seinen Felshängen, die ihm den Namen „Nassauische Schweiz“ einbrachten, aber auch in der Pflicht: Im vergangenen Jahr wurden drei Hangsicherungen in der Burgstraße, am Parkplatz des Rathauses in der Rossertstraße und an der B 455 durch eine Fachfirma durchgeführt. Im neuen Jahr beginnt dann die Hangsicherung in der Gimbacher Straße einhergehend mit der Sanierung zweier Stützmauern.

Investiert hat die Stadt Eppstein auch in die Dattenbachhalle. Mit neuer Decke und LED-Beleuchtung konnte Ehlhaltens gute Stube wieder zur Nutzung frei gegeben werden, wobei die Ehlhaltener Vereine jetzt noch beim Wandanstrich selbst Hand anlegen. Im Bereich der Kernstadt wurde die Straßenbeleuchtung weitestgehend auf umweltschonende sowie strom- und kostensparende LED-Beleuchtung umgerüstet.

Und ein weiteres großes Vorhaben neigt sich dem Ende zu: der Feuerwehrneubau in Vockenhausen steht kurz vor dem Bezug. Gerade werden die Außenanlagen hergerichtet und in wenigen Monaten steht der Umzug an. Nicht für jeden sichtbar sind kleinere Innenarbeiten, die aber zu einer Verbesserung bei der Nutzung führen. Dazu gehören die neue Küche in der Kita „Am Vogelgesang“ in Bremthal oder die bereits installierte LED-Beleuchtung im Kinderhaus in Ehlhalten genauso wie die energetische Sanierung der Sportanlagen auf dem Sportplatz in Bremthal, die eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erhielten.

Erste neue Bewohner sind in die Wohngebiete Amtmannswiesen II und In Natura Eppstein 2020 gezogen. Weitere Einzüge in die sich gerade in der Bauphase befindenden Häuser stehen in den nächsten Wochen an. Der maßvolle Einwohnerzuwachs tut uns gut und zeigt, dass Eppstein ein attraktiver Wohnstandort mit einer guten Infrastruktur ist.

Eine einmalige Chance hat unsere Stadt mit dem Angebot der Deutschen Glasfaser erhalten, die Eppstein als der ersten Stadt im Kreis den Breitbandausbau mit kupferfreier Glasfaserleitung in Aussicht gestellt hat. Ein Jackpot für unsere Stadt, wenn sich 40 Prozent der Haushalte bis zum 25. März dafür entscheiden. Auch für Unternehmen und Gewerbebetriebe gilt das Angebot.

Neben dieser positiven Überraschung und der Auszeichnung unseres Stadtbahnhofs erlangte Eppstein aber auch noch den Titel „Fairtrade-Stadt“ und bekennt sich damit offiziell zur Förderung eines gerechteren Handels.

Natürlich hat uns im vergangenen Jahr auch das Wetter beschäftigt. Obwohl der stetige Sonnenschein im vergangenen Jahr den Jubiläumsfesten eine fast mediterrane Atmosphäre beschied, musste die Natur leiden. Zwar kam es in Eppstein nicht zu Wassermangel, aber zwei Naturdenkmale, die Eiche im Königsbachtal und die Lenztanne im Wellbachtal, sind durch die Trockenheit nun sehr stark geschädigt.

Liebe Eppsteinerinnen und Eppsteiner, wir stehen nun am Anfang des neuen Jahres. Mein Dank geht an alle, die das vergangene Jubiläumsjahr mitgestaltet und mitgelebt haben, die sich engagiert haben und Eppstein voran gebracht haben und die unserer Stadt gewogen waren.

Bitte bleiben Sie auch 2019 für Ihre Stadt aktiv. Bleiben Sie von Herzen „Eppsteiner“ oder fühlen Sie sich in Eppstein herzlich willkommen. Wer möchte, findet in ganz Eppstein auch im neuen Jahr viele Feste und Aktivitäten, Vereine und Treffs, die jedem die Möglichkeit bieten, Kontakte zu knüpfen und an gemeinsamen Projekten oder Aktivitäten teil zu haben. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass Eppstein eine liebenswerte Stadt bleibt, eine Heimat, in der wir und unsere Besucher und Gäste sich wohl fühlen können. Dazu wünsche ich Ihnen von Herzen alles erdenklich Gute und alles Glück für 2019!

Ihr Alexander Simon, Bürgermeister

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