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„Let me be a child“ hat schon erste Schülerpaten gefunden

15.10.2009
 
Heidrun Fritsch (li.) und Hilde Picard von „Let me be a child“ mit der Schriftstellerin Nasrin Siege (mitte). 	Foto: Frerichs-Waldmann

Wie sieht die Welt aus dem Blick eines Straßenkindes in Tansania aus? Die Jugendbuchautorin Nasrin Siege entführte die rund 30 Gäste ihrer Lesung in der Mensa der Freiherr-vom-Stein-Schule aus ihrem Buch „Juma – ein Straßenkind aus Tansania“ in die Welt des kleinen Ausreißers Juma. Sie erzählt in ihrem Buch von seinem Alltag auf der Straße, und die Zuhörer erlebten seine Angst vor der Menschenmeute mit, die seinen Freund wegen eines Diebstahls über den gesamten Markt verfolgte, fühlten den nagenden Hunger und wünschten sich mit ihm ein sicheres Versteck für die Nacht. Aber Juma erlebt nicht nur Gewalt sondern auch Freundschaft und Zusammenhalt.

Sehr lebendig und einfühlsam bringt das Buch dem Leser das Leben von Straßenkindern näher. Ein Thema, das sich durch Nasrin Sieges Leben wie ein roter Faden zieht, seit sie bei ihrem ersten Besuch in Afrika die Kinder auf der Straße erlebte. Ihr Wunsch zu helfen und ihre Erkenntnis, dass Brot zu schenken keine langfristige Verbesserung bringt, führten zu einem umfangreichen Engagement in verschiedenen Projekten.
Deshalb folgte sie der Einladung des Vereins „Let me be a child“ zu einer Lesung für Jugendliche. Die Einnahmen kommen dem Straßenkinder-Projekt in Adis Abeba zugute.
„Schade, dass so wenig junge Eppsteiner kamen“, bedauern die Organisatorinnen Hilde Picard und Heidrun Fritsch. Sie hatten ihre Einladung besonders an die Schüler der Gesamtschule gerichtet. Nur zwei Jugendliche waren der Einladung gefolgt. Dafür war die Regionalgruppe von „let me be a child“ an der Schule selbst schon sehr erfolgreich: „Inzwischen haben zwei sechste Klassen eine Gruppenpatenschaft für die Kinder von „Let me be a child“ in Afrika übernommen“, freut sich Heidrun Fritsch. Die Kinder zahlen ein Jahr lang monatlich einen Euro von ihrem Taschengeld. Über Internet können die Jungen und Mädchen sogar Kontakt mit ihren Altersgenossen in Adis Abeba aufnehmen. Sie sollen über diesen Kontakt ein Gespür für andere Kulturen entwickeln.
Das Thema Straßenkinder, so Lehrerin Sigrid Brandenburg gehört zu den Themen, die im Deutschunterricht durchgenommen werden. Deshalb steht in Eppstein auch Nasrin Sieges Buch über den Jungen „Juma“ auf dem Lehrplan.
In dem von „Let me be a child“ unterstützten Projekt werden tagsüber 43 Kinder. Sie gehen zur Schule und bekommen medizinische und psychologische Hilfe und eine Ausbildung.
Abends kehren sie in Gastfamilien zurück, die ebenfalls vom Projekt unterstützt werden. „Ich finde es gut, dass die Kinder in diesem Kinderhaus den Bezug zu ihrer Herkunft behalten und nicht im Paradies aufwachsen, aus dem sie zwangsläufig ab einem gewissen Alter wieder heraus müssen“ erklärt Elfriede Baier, warum sie das Projekt unterstützt.
Nasrin Siege, selbst Mutter von zwei Kindern, will mit ihren Büchern vor allem Kindern Einblick in fremde Welten geben. Deshalb entstand das Bilderbuch „der Löwe brüllt“ über die beiden Straßenkinder Emanuel und Bilali. Die Protagonisten könnten überall auf der Welt leben, meint Siege. Siege findet es wichtig, dass Kinder aus allen Schichten sich mit anderen Lebenskreisen beschäftigen. Sie ist überzeugt: Wer versteht, was in der Welt der Kinder geschieht, kann die Welt kinderfreundlicher gestalten. Schuldgefühle und Traurigkeit haben dort keinen Platz, ist sie überzeugt. Der Traum von Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit ist das Thema ihres Romans „Die Piraten von Libertalia“. Darin erzählt die Autorin die Geschichte einer legendären Piratenrepublik Ende des 17. Jahrhunderts auf Madagaskar.
Fritsch und Picard bilden derzeit die Eppsteiner Regionalgruppe von „Let me be a Child“. Sie wollen noch mehr Schüler für Gruppenpartnerschaften gewinnen.
Wie schnell gut gemeinte Hilfe am Bedarf vorbeigeht, zeigte Siege an einem Beispiel: Deutsche Helfer wollten den Kindern Stiefel für die matschige Regenzeit schenken. Die Kinder wollten aber keine Stiefel tragen, weil eine andere ethnische Gruppe stets Stiefel trägt und daran zu erkennen sei. Die Kinder befürchteten Nachteile in ihrem Stadtteil, wenn sie mit Stiefeln nach Hause kämen. So seien viele Probleme nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
Ein spannender Vormittag, der durch das wunderbare Buffet, mit dem die Organisatorinnen ihre Gäste bewirteten, fast eine Partynote bekam. ffw

Heidrun Fritsch (li.) und Hilde Picard von „Let me be a child“ mit der Schriftstellerin Nasrin Siege (mitte). Foto: Frerichs-Waldmann

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03.09.2010
3.9.2010:
Standesamtliche Trauungen auf Burg Eppstein

Information und Anmeldung: Standesamt Kelkheim unter 06195/8038128. Weiterer Termin: 8. Oktober.
4.9.2010:
Suche nach dem Burggespenst

Für Kinder von 6 bis 9 Jahren. Teilnahme einschließlich Kakao und Milchbrötchen: 1,- €. Voranmeldung wegen begrenzter Teilnehmerzahl erforderlich: Tel. 06198/305 103.
5.9.2010:
Stadtmesse

der katholischen Kirchengemeinden im Pastoralen Raum Eppstein
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