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200 Kinder spielten Eichhörnchen und pflanzten Eichen

29.10.2008
 
Antonia und Naiyascha würden wieder Eicheln sammeln – trotz Regen.

200 Frankfurter Kinder schwärmten am vergangenen Montag nahe dem Eppsteiner Forsthaus bei Oberjosbach aus. Unter Leitung von Förster Peter Lepke sammelten die Schüler der Sachsenhäuser Freiherr-vom-Stein-Schule und der IGS Herder aus dem Frankfurter Nordend Eicheln. Die Acht- bis Elfjährigen suchten unter dem Herbstlaub nach den Früchten. Sorgsam prüften die Kinder jede einzelne Eichel. Wurmstichige Exemplare kamen nicht in die roten Eimer. Schließlich sollen aus ihnen kräftige Eichen werden: Auf Freiflächen in Oberjosbach nicht weit vom Sammelplatz entfernt und am Bremthaler Waldlehrpfad in Richtung Langenhain wurden sie wenig später im Rahmen der Aktion Eichhörnchen wieder im Waldboten versteckt.

Initiator der Aktion war der Verein Waldsaat. Die Mitglieder haben sich auf der Internetseite www.utopia.de kennengelernt. Sie wollten etwas für die Umwelt tun und waren begeistert von einer Idee des Försters Dietmar Gottfriedsen aus Schleswig-Holstein, Kinder ein Erlebnis in der Natur zu ermöglichen, bei dem sie mit einfachen Mitteln gegen Klimawandel und Treibhausgase aktiv werden können.
Der Hintergrund: Bäume aus Waldsaaten wachsen besser an als junge Buchen und Eichen aus der Baumschule. Von denen gehen nur Dreiviertel an und nicht bei allen Bäumen erholen sich die Wurzeln vom Umpflanzen. Sie stürzen bei Stürmen schneller um.
Das Königsteiner Forstamt hatte Lepke nach einer Anfrage von Waldsaat e.V. angesprochen. Gesucht wurde ein guter Eichengrund und der liegt im Oberjosbacher Wald. Bis zu 200 Jahre alte Bäumen stehen nicht weit vom Forsthaus entfernt. Eicheln zu sammeln, ist nicht überall wie hier in größeren Mengen möglich. Die Bäume tragen nur alle sechs bis zehn Jahre reichlich. In durchschnittlichen Eicheln-Jahren hängen nur an jedem achten bis zehnten Baum Früchte.
Etwa 400 Meter vom Sammelgrund verbuddelten die Kinder einen Teil der 4000 bis 5000 Eicheln. Gut angegossen vom Regen, der den Kindern die Laune und den Arbeitseifer nicht verdarb, werden die Eicheln dort Wurzeln schlagen.
Nach einem Imbiss mit Kakao und Würstchen in einer Hütte wurden die „fleißigen Eichhörnchen“ in Bussen, gesponsort vom Lions Club Frankfurt, nach Bremthal gebracht. Tatendurstig strömten sie trotz des wieder stärker gewordenen Tröpfelns von oben wieder aus. Helfer des Forstamtes gaben Schäufelchen und Saatgut aus und schon ging es die gerodete abschüssige Fläche am Bremthaler Waldlehrpfad hinunter. „Nicht so weit“, rief Förster Lepke durch sein Megaphon einigen Jungs hinterher.
Antonia und Naiyascha, beide zehn Jahre alt, gruben Eicheln ein und rannten bald wieder los, um weitere Nüsse zu holen. Ihr gleichaltriger Schulkamerad Nicolas erzählte derweil: „Wir sind nass und frieren, doch auch die Tiere frieren, wenn kein Schutz vorhanden ist, der ihnen eine Heimat gibt“. Mehr CO2 werde dank der Bäume gebunden „und uns und den Tieren wird geholfen,“ freute er sich. Eine kleine Tat mit großem Nutzen.
Forstarbeiter hatten auch in Bremthal Vorarbeit geleistet, große Äste und Baumwurzeln beiseite geräumt und frisch zusammen gezimmerte Holzgatter bereitgestellt. Ohne Schutz würden die frisch gepflanzten Eicheln von Wildschweinen wieder ausgebuddelt und gefressen, anstatt zu einem gesunden Waldstück heranzuwachsen.
„Nächstes Jahr kommen wir wieder“, sagte der blonde Christian D’Amico zum Abschied. Dann wollen die Kinder wieder ausschwärmen, begleitet von ihren Lehrerinnen und Lehrern, und den Erfolg ihrer Arbeit vom Vorjahr bestaunen: Winzige Eichen, die nach und nach zu stattlichen Bäumen heranwachsen, werden im Frühjahr ihre Blätter entfalten. sh/sp

Antonia und Naiyascha würden wieder Eicheln sammeln – trotz Regen.
Thomas Bender vom Forstamt blies auf dem Waldhorn zum Aufbruch. Fotos: Planz-von Hein

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03.09.2010
3.9.2010:
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Für Kinder von 6 bis 9 Jahren. Teilnahme einschließlich Kakao und Milchbrötchen: 1,- €. Voranmeldung wegen begrenzter Teilnehmerzahl erforderlich: Tel. 06198/305 103.
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